Staatliche Druckstütze?

Hält sich der europäische Buchdruck-Marktführer CPI mit unzulässigen staatlichen Beihilfen an der Pole-Position? Diese Frage stellt der Wettbewerber Hubert & Co. (Göttingen) in einer Presseerklärung.

Der Reihe nach:

  • Die CPI-Gruppe bezeichnet sich Mit 17 Druckereien in 7 Ländern als das größte Schwarzweiß-Buchdruck-Unternehmen Europas. Zur CPI gehören auch die deutschen Buchfabriken Clausen & Bosse in Leck (seit 2000) und Ebner & Spiegel in Ulm (seit 2001).
  • CPI hatte in dieser Woche eine Gesellschafter-Veränderung, eine Umschuldung und ein neues Finanzierungskonzept angekündigt, auf dass CPI seine Führungsrolle in Europa auch künftig ausfüllen könne.
  • Neue Anteilseigner sind der Mischkonzern Impala (52%), die Bank Bpifrance (24 %) sowie eine Gruppe privater Investoren einschließlich des Managements (24 %).

Die öffentliche Kritik von Hubert & Co. entzündet sich am Engagement von Bpifrance. Wörtlich: „Zahlreiche deutsche und europäische Mitbewerber sehen das mit großer Skepsis, wobei insbesondere das Engagement von Bpifrance auf Unmut stößt. Die im Jahr 2012 gegründete Staatsbank soll den französischen Mittelstand stärken und dort tätig werden, wo Privatbanken das Risiko zu groß ist. Laut den Worten ihres Vizepräsidenten ist Bpifrance eine „geduldige“ Bank im Dienste der Wirtschaft, die nicht an privatwirtschaftlichen Gewinnerwartungen gemessen werden möchte.“

Daraus leitet Hubert den Verdacht ab, das Bpifrance-Engagement stelle „eine staatliche Beihilfe dar, die gegen die Gesetze der Europäischen Union verstoßen würde.“Eine solche Beihilfe hätte vorher bei der Europäischen Kommission beantragt werden müssen.

Hubert-Geschäftsführer Andreas Selling (Foto) kündigt an, man werde mit einer Beschwerde an die Europäische Kommission wenden. wenn sich Bpifrance tatsächlich bei CPI engagiere. Zahlreiche Druckunternehmen wehrten sich gegen diese Wettbewerbsverzerrungen: „Während kleinere Unternehmen jeden Euro, den sie investieren, vorher selbst verdienen müssen, wird hier ein Unternehmen auch mit Hilfe des französischen Staates in die Lage versetzt, seine Verbindlichkeiten zu reduzieren und 21 Mio. Euro in seine zukünftige Geschäftsentwicklung zu investieren.“

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