E-Books mischen die Bestseller-Rankings auf

Bei den Publikumsverlagen hängt die Umsatzentwicklung meist an wenigen Titeln. Wie stark die Verlage von Bestsellern getrieben werden, zeigt das Geschäftsentwicklung der britischen und deutschen Verlage für das erste Halbjahr 2013. Besonderheit in Großbritannien: Die Kampfpreise für E-Books hinterlassen deutliche Spuren.
Der „Bookseller“ hat die Geschäftsentwicklung der britischen Verlage unter die Lupe genommen. Die wichtigsten Ergebnisse (hier im Original):
  • Random House steht nach wie vor an der Spitze der umsatzstärksten Verlage, auf Basis von Nielsen Bookscan-Zahlen mit einem Umsatz von 67,7 Mio Pfund (entspricht ca. 78,67 Euro) im ersten Halbjahr 2013. Damit hält der Bertelsmann-Verlag einen Anteil von 12,6% am britischen Print-Buchmarkt. Während Random House im vergangenen Jahr dank der Erotiktrilogie „Shades of Grey“ von E.L. James deutlich zugelegt hatte, steht der Verlagsriese aktuell mit Dan Browns neuem Roman „Inferno“ weit oben in den Bestsellerlisten.
  • Auf dem zweiten Platz folgt Hachette, dessen Umsatz um 7% auf 64 Mio Pfund gesunken ist. Der Marktanteil fiel leichtvon 12,1% (2012) auf 11,9%.
  • Die neue Random-House-Schwester Penguin ist um 230.000 Pfund auf 62,5 Mio Pfund Umsatz gewachsen. Der Zusammenschluss der Verlagsriesen wurde erst im Juli vollzogen. Wäre dieser bereits im Januar erfolgt, hätte Penguin Random House im ersten Halbjahr 2013 ganze 130,2 Mio Pfund umgesetzt. Der Anteil am britischen Print-Gesamtmarkt hätte dann bei 24,2% gelegen. 
Wie die 20-Pence-Aktion die Bestsellerbilanz beeinflusst hat
Die 20-Pence-Aktion von Sony (und Amazon) hat das Bestsellergeschäft im ersten Halbjahr stark durcheinandergewirbelt. Zur Erinnerung: Sony und Amazon haben ausgewählte E-Books acht Monate lang für 20 Pence (knapp 24 Euro-Cent) verscherbelt. Sony hat die umstrittene „20-Pence“-Kampagne inzwischen gestoppt, worauf Amazon nachzog.

Diese Kampfpreise haben das Bestseller-Ranking neu sortiert, für das der „Bookseller“ Print- und digitale Exemplare addiert hat: 

  • Von „Life of Pi“ (dt.: „Schiffbruch mit Tiger“) wurden in gedruckter Form rund 150.000 Exemplare verkauft, von dem (die meiste Zeit für 20 Pence angebotenen) E-Book wurden rund 406.000 Exemplare heruntergeladen. Dank der digitalen Bestsellerbilanz landete der Canongate-Titel auf Platz 3 der Print-Digital-Bestsellerliste. Berücksichtigt man nur die gedruckten Exemplare, würde der Titel auf Platz 8 stehen. 
  • Hesperus Press meldet 396.000 E-Book-Verkäufe von „Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (und 128.000 Print-Verkäufe), so dass der Titel von Platz 19 in der Print-Bestsellerliste auf Platz 5 der Bestsellerliste beider Formate landet.
Bastei Lübbe und Holtzbrinck-Verlage mit sattem Plus
Auch die deutschen Verlage erlebten heftigste Ausschläge im ersten Halbjahr 2013. Auszüge aus einer buchreport-Statistik auf Basis der Print-Absätze im stationären Buchhandel (ausführlich im aktuellen buchreport.express 29/2013 nachzulesen, hier zu bestellen):
  • Bastei Lübbe hatte im 1. Halbjahr 2013 mit „Inferno“ und dem Eichborn-Titel „Er ist wieder da“ die umsatzstärksten Bücher im Angebot (buchreport berichtete), insgesamt ein Umsatzplus von über 40%.
  • Goldmann hat jetzt gegenüber dem ebenfalls eher unauffälligen 1. Halbjahr 2012 um mehr als 20% zugelegt, wozu die „Shades of Grey“-Trilogie den Hauptbeitrag geleistet hat (die 2012 erst im 2. Halbjahr Wirkung entfaltete).
  • Droemer Knaur profitiert vom Klüpfel & Kobrs-Topseller „Herzblut“ und vom Jubiläumsprogramm im Knaur-Taschenbuch (ebenfalls ca. 20% zugelegt).
  • Oetinger, dtv und Ullstein 2012 haben dagegen in den ersten Monaten 2013 deutlich eingebüßt.

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