Wir können in kürzester Zeit mit einem E-Book reagieren

Immer mehr Zeitungs- und Zeitschriftenverlage mischen auf dem E-Book-Markt mit. In diesem Monat rollt die „Zeit“ ein ganzes E-Book-Programm aus. Im Interview zeigt Sandra Kreft, Verlagsleiterin Magazine und Neue Geschäftsfelder, wo die Hamburger gegenüber Buchverlagen Vorteile besitzen.
Mitte Juni startete die ZEIT-Verlagsgruppe mit einem E-Book-Programm, das Artikel und Themen aus der „Zeit“ aufbereitet und neu bündelt:
  • thematisch gegliedert in „Zeitgeschehen & Debatten“ (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft), „Wissen & Ratgeber“ (Ernährung, Psychologie, u.a.) und „Unterhaltung & Genuss“ (Kultur, Reisen u.a.). 
  • Die E-Books sind u.a. als Download im „Zeit“-Shop, bei Amazon und iTunes erhältlich, auf den Einsatz von DRM verzichtet das Blatt.
  •  Der Preis der E-Books liegt je nach Umfang zwischen 1,99 Euro und 4,99 Euro.
Wo haben Sie gegenüber Buchverlagen Vorteile?
Als Zeitungsverlag sind wir es gewohnt, sehr aktualitätsbezogen und schnell zu produzieren, wir haben den Vorteil auch kürzere Informationseinheiten passgenau und schnell zusammenstellen zu können. Im Hinblick auf die Akzeptanz von sogenannten Subcompact Publishing-Formaten und die zunehmende Nutzung von E-Books gerade während kurzer Leseintervalle, z.B. bei der Fahrt zur Arbeit, bieten wir unseren Lesern damit echten Mehrwert.
Welche E-Book-Formate sind für Sie perspektivisch interessant? Geht es um eine Zweitverwertung analytischer Stücke ohne hohen Aktualitätsbezug? Umfang?
Hintergrund und Analysekraft gehören zur DNA der „Zeit“, diese Kraft werden wir bei den E-Books einbringen. Auch und gerade beim E-Book wird Aktualität eine Rolle spielen: Wenn ein Thema relevant wird, können wir in kürzester Zeit mit einem E-Book reagieren, das alles Wichtige zusammenfasst und aufbereitet. Das ist aber nur eines von vielen Formaten, die wir ausprobieren wollen, das Spielfeld ist viel größer und die „Zeit“ und „Zeit Online“ stehen für noch viel mehr: Kultur, Reisen, anspruchsvolle Unterhaltung, Wissen, Wirtschaft, als Ratgeber in wichtigen Orientierungsphasen. Auch exklusive neue Inhalte stehen auf unserer Projektliste. Deshalb starten wir mit einem sehr breiten Angebot: Von einem „Dossier kompakt“ mit dem Thema „Was ist ein Menschenleben wert? – Medizin: Wie Ärzte unmenschlich handeln“ über eine „Anleitung für ein besseres Leben – Wie wir die Balance zwischen Arbeit und privatem Glück finden“ aus der Reihe „Wissen & Ratgeber“ bis zu „Die schönsten Hotels unter 100 Euro“ aus der Reihe „Unterhaltung & Genuss“. Was für Themen gilt, gilt auch für Umfänge, wir werden experimentieren.
Verlage wie Ihrer haben, verglichen mit den Buchverlagen, frühzeitig den Kontakt zum Leser gesucht. Wo haben Sie bei der Analyse der (E-Book-)Leser Lücken?
Wir haben einen riesigen Schatz: unsere Abonnenten. Und das versetzt uns naturgemäß in die Lage unsere Leser und ihre Interessen zu kennen. Durch ein ausgefeiltes CRM-System und unsere vielfältigen Geschäftsfelder wie Editionen, „Zeit“-Shop, „Zeit“-Reisen, „Zeit“-Akademie, „Zeit“-Magazine sammeln wir sehr viele Leserinformationen, die uns auch bei der Auswahl des E-Book-Programms helfen. Aber jedes Medium bildet seine eigenen Stärken, eigene Nutzungsmuster und nicht zuletzt seine eigene Zielgruppe heraus. Wir werden jetzt genau beobachten, an welchen Themen und welchen Umfängen unsere E-Book-Leser besonders interessiert sind. Ich bin sicher, wir werden hier Überraschungen erleben, neue Themenfelder, die wir bisher in unseren anderen Medienformaten noch nicht so stark entwickelt sehen. Jedes Medienformat birgt eigene Stärken und da sehe ich für unsere E-Books große Chancen, Themenfelder zu profilieren, die nicht automatisch immer im Fokus der Zeitung oder unseres Onlineangebots stehen.
Die Zukunft der digitalen Bücher liege nicht bei Container-Formaten wie Epub oder Mobipocket, sondern im Internet, sagt etwa Hugh McGuire von Pressbooks. Was kommt nach dem (Containerformat-)E-Book?
Wir stehen am Anfang einer Entwicklung und ich glaube, dass sich Formate und Nutzungsformen evolutionär weiterentwickeln werden. Die „Zeit“-Verlagsgruppe möchte ihren Lesern und Usern zuverlässigen und hochwertigen Inhalt in zeitgerechter und gut nutzbarer Form anbieten. Dafür bereiten wir diesen Inhalt in den Formen auf, die unsere Leser benötigen und wünschen.

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