Vorschauen: Welche Lösungen gibt es im Ausland?

Während in Deutschland die Diskussion über elektronische Vorschauen noch in den Kinderschuhen steckt und Dienstleister wie Literaturtest neue Formate testen, sind die Amerikaner schon viel weiter: Gedruckte Kataloge sind dort ein Auslaufmodell. Und das nicht nur bei den großen Konglomeraten, sondern auch bei immer mehr kleineren Verlagen.

Das Jahr des Umbruchs war 2012, als nacheinander Macmillan, Simon & Schuster und Random House ihren Ausstieg aus dem Vorschauen-Printgeschäft angekündigt hatten. Mittlerweile halten von den großen Publikumsverlagsgruppen nur noch Hachette Book Group und Penguin auch gedruckte Exemplare ihrer Vorschauen (auf Anfrage) bereit. 
Vorreiter war der Verlag HarperCollins, der 2009 mit seiner Entscheidung, nur noch auf das elektronische Format zu setzen, zunächst im Buchhandel einen Sturm der Entrüstung losgetreten hatte. Mittlerweile, sagt Verlagssprecherin Erin Crum, „redet niemand mehr darüber“. Was der Verlag jährlich an Kosten einspart, ist Verschlusssache. Aber der Verzicht auf ca. 100 000 gedruckte Vorschauen dreimal im Jahr summiert sich, selbst wenn Vorschauen amerikanischer Machart bei Weitem nicht so opulent ausfallen wie in Deutschland.
Eine gewichtige Rolle bei diesem Paradigmenwechsel spielt die Softwarefirma Above the Treeline, die 2008 unter dem Edelweiss-Banner gemeinsam mit zunächst acht Verlagen einen verlagsübergreifenden Online-Katalog an den Start geschoben hat, der mittlerweile zum Branchenstandard avanciert ist. Derzeit sind 103 Verlage an Bord, die hier das eigene Programm präsentieren. Zusätzlich zur Edelweiss-Präsenz stellen alle Verlage ihre Vorschauen als PDF zum Herunterladen auf der eigenen Homepage bereit.

  • „Edelweiss“ vernetzt Verlage und professionelle Leser (Endkunden, Vertreter, Journalisten, Buchhändler, Agenten):
  • Verlage können ihre Titel hochladen und zu eigenen Kollektionen bündeln (und Links zu den Kompilationen verschicken).
  • Neben Medienvertretern können Buchhändler über Edelweiss digitale Leseexemplare anfordern und Titelbestellungen abgeben.
  • In den Titelinformationen wird angezeigt, wie das Buch in Social Media wie Goodreads oder Blogs ankommt; außerdem können die Verlage umfassende Infos zu Titel und Autor hinterlegen.
  • Für Verlage ist der Dienst kostenpflichtig, die Leser nutzen Edelweiss gratis. 
An ähnlichen Lösungen wird auch hierzulande gearbeitet. In einer Vorreiterrolle war schon 2010 die buchhändlerische Genossenschaft eBuch mit ihrer elektronischen Novitätenplattform eVorschau aktiv. Seit 2008 veröffentlicht Harenberg Kommunikation zweimal im Jahr den  buchreport.novitäten-Katalog und präsentiert flankierend diese Titel in der eVorschau (hier weitere Infos).

Mehr zum Thema im buchreport.express 20/2013 (hier zu bestellen).

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