Börsen-Tanz mit schwierigem Takt

Auf der Liste der börsennotierten Unternehmen aus der Branche steht Ende der Woche (voraussichtlich) auch die Fnac. Nach monatelanger Vorbereitung soll der angeschlagene französische Filialist noch in dieser Woche sein Debüt an der Pariser Börse feiern. Im Vorfeld sorgt ein Bericht über einen weiteren massiven Stellenabbau für Turbulenzen. 
Wie die „Financial Times“ berichtet, müssen am morgigen Dienstag noch die Gesellschafter über die Abtrennung der Fnac per Börsengang sowie über die Neufirmierung des verbleibenden Luxusgüterkonzerns („Kering“ statt „Pinault-Printemps-Redoute“) entscheiden. Dass der Börsengang in dieser Woche ansteht, war schon im April 2013 klar. Neue Devise des Konzerns: sich auf Luxus- und Lifestyle-Artikel konzentrieren – in diese Strategie passt die Fnac nicht mehr hinein. 
Analysten erwarteten eine Bewertung der Fnac bei rund 400 Mio Euro – ein Sechstel des Wertes, mit dem die Fnac noch Anfang 2011 taxiert worden sei. Größter Anteilseigner der Fnac bleibt Artemis, die Famileinholding, die auch bei PPR die Fäden zieht und in den kommenden zwei Jahren mit 39% bei der Fnac an Bord bleiben will.
Der französische Mischkonzern verzeichnet mit seinen Luxuslabels wie Gucci und Yves Saint Laurent seit Jahren enormes Wachstum, während der Multimedia-Händler Fnac kriselt. Zuletzt verzeichnete der Filialist mit über 150 Läden in sieben Staaten 2012 ein Umsatzminus von 2,5% auf 4,06 Mrd Euro und einen operativen Gewinn von nur noch 79 Mio Euro – 2010 waren es 188 Mio. Nur rund 23% erwirtschaftet die Fnac mit Büchern und Papeterie-Artikeln, der Großteil (58%) entfällt auf Technik-Artikel.
Mitten in die Börsengangs-Pläne platzt eine Nachricht von „Le Parisien“, nach der weitere 600 Stellen bei der Fnac abgebaut werden sollen. Das Blatt beruft sich auf anonyme Quellen aus dem Haus PPR und liefert einige Details. Die Fnac selbst hat dementiert.
Der Filialist hatte erst Anfang 2012 ein Sparprogramm präsentiert, mit dem die Ausgaben um 80 Mio Euro gekürzt werden sollen; damals hieß es, 500 Stellen sollten abgebaut werden, davon 310 in Frankreich.

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