Laufpass für Low-Budget-Reihe

Wenn E-Books grundsätzlich den Taschenbüchern das Wasser abgraben, dann scheint dies erst recht für die Klassiker zu gelten, die frei im Internet zu lesen sind. Penguin reagiert auf die rückläufigen Umsätze und stampft die Billig-Reihe „Penguin Popular Classics“ ein – vergleichbar damit, dass Reclams „Universal-Bibliothek“ nicht mehr im Print erschiene.  

Nach einem Bericht des „Bookseller“ wird die „Popular Classics“-Reihe, deren Titel für jeweils 2 Pfund verkauft werden, nicht mehr fortgesetzt. Der Verlag wolle sich, neben den E-Book-Ausgaben, im Print auf hochwertigere Ausgaben der Klassiker fokussieren, deren Preis außerdem leicht gesenkt werde.
Der Schritt überrascht nicht, nachdem die Statistiker von Bowker zuletzt Zahlen veröffentlicht haben, die deutliche Verschiebungen in diesem Marktsegment in Großbritannien zeigen:
  • Ein Fünftel der Klassiker werde inzwischen als E-Book verkauft.
  • Seit 2007 sei die Titelzahl der Klassiker-Paperbacks um 11% gesunken, während die E-Book-Titelzahl prozentual vierstellig gestiegen sei. Auch die Titel-Zahl der Hardcover-Ausgaben sei seit 2007 gewachsen, um 115%.
Laut „Bookseller“ wurde die Reihe „Penguin Popular Classics“ 1994 gestartet, nachdem der Verlag Wordsworth Editions mit einer Klassiker-Reihe für 1 Pfund pro Ausgabe an den Start gegangen war. Markenzeichen der Penguin-Reihe im Vergleich zu anderen Klassiker-Reihen aus dem Haus: ein uniformes Cover. Inhaltlich verzichtet die Reihe auf jegliches Beiwerk zum Klassiker-text, also kein Vorwort, keine Fußnoten.

Kommentare

3 Kommentare zu "Laufpass für Low-Budget-Reihe"

  1. Und dann kommt noch dazu, dass man nicht weiß, welche Quelle die „kostenlosen Klassiker“ haben. Bei den gemeinfreien Büchern für Kindle z. B. ist meist nicht einmal ein Impressum drin.

    Ich weiß nicht, wie Penguin das gehandhabt hat, aber bei Reclam weiß man eben immer, dass das eine verlässliche Ausgabe ist (wenn auch vielleicht nicht auf der neusten historisch-kritischen Ausgabe basierend, aber das muss ja auch nicht immer sein).

    Reclam hat ja schon das eine und andere gelbe Bändchen als E-Book herausgebracht, ich hoffe, dass das sich noch richtig entwickelt. Oder jedenfalls nicht, dass überhaupt der kostengünstige Zugang zu verlässlichen Editionen älterer Bücher verschwindet.

  2. Fabian Neidhardt | 14. Juni 2013 um 12:31 | Antworten

    Ich finde das auch schade. Ich muss auch ehrlich sagen, ich mag die minimalistischen uniformen Cover.

  3. Intergalactic Ape-Man | 14. Juni 2013 um 11:49 | Antworten

    Die Idee, Kulturgüter zu erschwinglichen Preisen zu bringen, war ja auch super. Ob das der Bildung nicht doch einen Rückschlag verpasst, weil eben nicht jeder ein Lesegerät für ebooks hat, wobei es Großbritannien wirtschaftlich auch nicht gerade gut geht und dieser Fall verbreiteter sein dürfte als angenommen, wird sich zeigen. Ob jede Schule jedem Kind ein Tablett oder Kindle zur Verfügung stellt? Ich zweifle.

    Daß man selbst etwas reift und dann zu den supergünstigen Luxus-Drucken aus China greift (selbst die meisten Comicverlage drucken ja inzwischen da ihre Hardcover), weil es vor allem im Regal besser aussieht (nicht alle halten es aus gelesen zu werden), ist denke ich kein Grund, eine erschwinglichere Ausgabe einzustellen.

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