Digitale Bücher barrierefrei kaufen

Zur Jahreskonferenz der Europäischen und Internationalen Buchhändlervereinigung (EIBF) ist in Brüssel eine Studie zur Interoperabilität von E-Books vorgestellt worden. In „On the Interoperability of eBook Formats“ stellen die Mainzer Professoren Christoph Bläsi und Franz Rothlauf fest:
  • Die Tatsache, dass der Kauf eines E-Books bei einem internationalen E-Book-Händler den Kunden praktisch an diesen Händler als seinen einzigen zukünftigen E-Book-Lieferanten binde, sei eine Bedrohung für die europäische Buchhandelsstruktur und damit für die europäische Buchkultur.
  • Die großen Player im E-Book-Markt, insbesondere Amazon und Apple, hätten in den vergangenen Jahren geschlossene E-Book-Systeme aufgebaut, zum einen durch inkompatible E-Book-Formate, zum anderen durch unterschiedliche DRM-Maßnahmen.
  • Vor dem Hintergrund der umfassenden Möglichkeiten des Epub-3-Standards und dessen Verwandtschaft mit den von Amazon und Apple verwendeten eigenen Formaten gebe es jedoch keinen technischen oder funktionalen Grund, weiterhin proprietäre E-Book-Formate zu verwenden, wenn auch kurzfristig noch kein Gerät alle Epub-3-Merkmale darstellen könne.
  • Die allgemeine Verwendung von Epub 3 als E-Book-Format  würde an sich noch nicht zu einer vollständigen E-Book-Interoperabilität für die Kunden führen: Dem würden die DRM-Maßnahmen von Amazon und Apple im Weg stehen. Doch einfache Veränderungen an den Shops und an den E-Readern sowie DRM-Vereinbarungen zwischen den Playern könnten die DRM-Hürden aus dem Weg räumen – wenn Amazon und Apple das denn wollten.
Mit der Studie stellen Bläsi und Rothlauf die Belange der kleinen stationären Buchhändler zentral, die wenig Chancen haben, am E-Book-Boom zu partizipieren. Die Relevanz des barrierefreien E-Book-Handels sehen sie auf einer Linie mit der „Digitalen Agenda für Europa“ (2010), zu deren Zielen die Erhöhung der Interoperabilität von Geräten, Anwendungen, Datensammlungen, Diensten und Netzen zählt. 
Die für die digitale Agenda verantwortliche EU-Kommissarin, Neelie Kroes, hat denn auch ein buchhändlerfreundliches Geleitwort zur Studie beigesteuert, in dem sie sagt: „Es ist an der Zeit, dass es offene E-Book-Standards gibt.“

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