Wie gehts ohne Preisbindung, Frau Sax?

Wie steht die Schweizer Buchbranche ein Jahr nach dem verlorenen Preisbindungsreferendum da?
Dem Buchhandel geht es nicht so schlecht, wie zu befürchten war, er hat im vergangenen Jahr sogar ein kleines Umsatzplus von 1,4% erwirtschaftet. Die negativen Auswirkungen des Wegfalls der Preisbindung in der Schweiz sind sicher durch die bestehenden Preisbindungen in den europäischen Nachbarländern abgemildert worden. Sehr schwierig ist aber die Situation vieler Verlage, die vom Export leben, aufgrund des Euro-Franken-Wechselkurses. Leider sind die Versprechen aus der Politik, die Buchbranche werde nach dem endgültigen Aus für die Preisbindung auf andere Weise unterstützt, überhaupt nicht eingelöst worden.
Was wünschen Sie sich denn von der Politik?
Aktuell gibt es hier in der Schweiz wieder eine Diskussion darüber, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für viele Produkte, unter anderem für Bücher, abzuschaffen. Dagegen wehren wir uns entschieden. Aber abgesehen davon, dass wir weitere Verschlechterungen abwehren wollen, wünschen wir uns eine effektive Buchhandels- und Verlagsförderung in bilanzwirksamer Höhe. Das Bundesamt für Kultur hat schon vor einiger Zeit das Modell Succès livre entwickelt, bei dem erstmals nicht irgendwelche Kommissionen über die Verteilung von Fördergeldern entscheiden sollen, sondern Schweizer Bücher erfolgsorientiert gefördert würden. Von diesem Modell würden neben den Autoren auch Verlage und Buchhändler profitieren. Wir hoffen auf Unterstützung im Parlament.
Was ist geblieben von der „Ja zum Buch“-Kampagne, mit der Sie für die Preisbindung geworben haben?
Die Kampagne hat die Branche zusammengeschweißt. Von dieser guten Stimmung und der Atmosphäre des Miteinanders profitieren wir noch heute. Es gibt zum Beispiel viele Erfa-Gruppen und Gesprächskreise, die sich mit der Herausforderung durch die neuen Medien beschäftigen. Es gibt eine Menge kreativer Ideen in den Buchhandlungen, die durch den Schwung der Kampagne in die Branche getragen worden sind.
Welche Schwerpunkte hat sich der SBVV für 2013 vorgenommen?
Eines unserer wichtigsten Ziele ist zurzeit, E-Books flächendeckend im Buchhandel verfügbar zu machen. Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist, die Schweizer Bibliotheken, die zu Amazon abgewandert sind, als Kunden für den hiesigen Buchhandel zurückzugewinnen. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit wird außerdem die Vorbereitung unseres Auftritts auf der Leipziger Buchmesse im März 2014 sein. 
Die Fragen stellte David Wengenroth

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