Fusion von Karstadt und Kaufhof ist überfällig

Jahrelang gehörten Kaufhäuser zu den Zugpferden in deutschen Innenstädten. Doch diese Zeiten sind nach Ansicht des Warenhausexperten Gerd Hessert schon lange vorbei. „Das Warenhaus ist im deutschen Einzelhandel der große Verlierer der vergangenen Jahre“, sagte Hessert der Fachzeitschrift „Der Handel“. Der heutige Unternehmer in der Immobilienbranche und Lehrbeauftragte für Handelsmanagement an der Universität Leipzig war früher Direktor für Planung zunächst bei Hertie, anschließend bei Karstadt.

Während es aktuell insgesamt noch 191 Warenhäuser gebe, würden nach Hesserts Berechnungen in Zukunft 70 Standorte ausreichen. Zudem sei die Fusion der Marktführer Karstadt und Kaufhof „überfällig“. Die Flächenproduktivität aller deutschen Warenhäuser habe 1990 bei 4050 Euro pro qm gelegen. 20 Jahre später sei sie auf 2850 Euro geschrumpft mit weiterhin sinkender Tendenz. „Es gibt keine Wachstumsimpulse mehr für die Betriebsform Warenhaus“, so Hessert.

Der Immobilienfachmann hat eine Liste von Anforderungen erstellt, die für ein funktionierendes Warenhaus erfüllt sein müssen. Demnach muss eine Stadt mindestens 340.000 Einwohner haben, eine Gesamtverkaufsfläche von 630.000 qm und 155 Handelsgeschäfte in 1a-Lage, von denen mindestens zehn Marktführer in ihrer Branche sein müssen. Ist ein innerstädtisches Einkaufszentrum angesiedelt, darf dessen Fläche 35.000 qm nicht überschreiten. Der Einzelhandelsumsatz der Stadt muss mindestens 1,9 Mrd Euro erreichen. Hessert: „Je kleiner die Stadt, je unattraktiver der Branchenmix, umso schwerer hat es ein Warenhaus.“

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