Kein Paket soll raus

Nach wochenlangem Säbelrasseln macht Verdi heute bei Amazon ernst: Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten der beiden Amazon-Standorte in Bad Hersfeld und Leipzig zu einem ganztägigen Streik aufgerufen.

Nach Angaben von Verdi begann der Streik mit der Frühschicht ab 6 Uhr und endet mit dem Arbeitsende der Spätschicht in der kommenden Nacht. Nach Angaben von Verdi arbeiten in Bad Hersfeld, dem ersten Lager von Amazon in Deutschland, 3300 Beschäftigte und in Leipzig 2000. Gegenüber golem.de erklärte Verdi, es sei das Ziel, dass kein Paket die Lager verlässt. Ob das Ziel erreicht werde, sei offen, denn es sei der erste Streik bei Amazon.

Mit den Arbeitsniederlegungen will Verdi die Aufnahme von Tarifverhandlungen erzwingen und eine tarifliche Bezahlung inklusive tariflichem Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Nachtarbeits- sowie Sonn- und Feiertagszuschlägen erreichen. Aktuell unterliegt kein Amazon-Standort in Deutschland einer Tarifbindung. Laut Verdi beträgt der Einstiegslohn in Leipzig aktuell 9,30 Euro (statt 10,66 Euro pro Stunde nach Versandhandelstarif) und in Bad Hersfeld 9,83 Euro (Tarif: 12,18 Euro).

Amazon selbst betont, dass die Mitarbeiter der deutschen Logistikzentren mit ihrem Einkommen am oberen Ende dessen liegen, was in der Logistikindustrie üblich sei.
In Bad Hersfeld hatten sich 97,6% der Gewerkschaftsmitglieder bei einer Urabstimmung für den Arbeitskampf ausgesprochen, in Leipzig votierten 97% für einen Streik. An beiden Standorten hatte es Anfang April bereits erste Warnstreiks gegeben (buchreport.de berichtete).

Fotos: Verdi

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