Der Manga-Boom hält an

Die großen Manga-Verlage starten mit Rückenwind in den Sommer.  Die Verlage sehen bei der Backlist noch Entwicklungspotenzial im Buchhandel. Mangas liegen weiter im Trend: Was auf der Leipziger Buchmesse sichtbar wurde, betätigen auch aktuelle Zahlen aus dem Handel und aus den Verlagen. Laut einer Besucherumfrage der Leipziger Buchmesse interessierten sich fast ein Drittel aller Besucher der Veranstaltung für Comics und insbesondere für Mangas. Dieses Ergebnis bestätigte auch ein Blick in die Comic-Halle, wo die Stände der Manga-Verlage stark umlagert waren. Hauptattraktion waren gleich mehrere japanische Manga-Zeichner, die die Verlage Carlsen, Tokyopop und Egmont Manga aus Fernost einfliegen ließen.

Die drei großen Anbieter präsentierten sich auf einer gemeinsamen Standfläche und waren mit der Entwicklung hochzufrieden. Da auch reine Manga-Festivals wie die Bonner Animagic oder die Connichi in Kassel weiter wachsen, zeigt sich laut Tokyopop-Chef Joachim Kaps, dass „die Manga-Leser eine sehr aktive Community sind, die Spaß an Live-Events hat, wenn Ihnen dort etwas geboten wird“.

Carlsen liegt meim Umsatz vorne

Der Boom der Manga-Veranstaltungen spiegelt sich auch im Buchhandel wider, wo das Segment seit Jahren kontinuierliche Zuwächse erzielt. Das betrifft sowohl den Umsatz wie auch die Zahl der Novitäten, die sich mit derzeit etwa 70 Neuerscheinungen pro Monat einem Allzeithoch nähert. Schaut man sich die Zahlen etwas genauer an, offenbaren sich interessante Details, denn mit jeweils fast 30% Anteil an den monatlich neu ausgelieferten Titeln liegen Tokyopop und knapp dahinter Egmont Manga an der Spitze, während Carlsen mit etwas Abstand auf Platz drei folgt.

Beim Umsatz dagegen liegt Carlsen mit fast 50% Anteil im 1. Quartal 2013 klar in Führung, gefolgt von Tokyopop und Egmont Manga, die jeweils auf knapp über 20% kommen. Für die anderen Verlage – darunter vor allem der neue Mitspieler Kazé und Panini/Planet Manga, die immer stärker im Buchhandel Fuß fassen – bleiben noch ca. 6% Umsatzanteil. Der beinahe übermächtige Erfolg von Carlsen resultiert nicht zuletzt aus einer starken Backlist mit Toptiteln wie „Naruto“ und „One Piece“. Deshalb sieht man bei Carlsen auch noch Luft nach oben, denn „sehr gut laufende Backlisttitel sind noch nicht überall dauerhaft im Handel präsent“, wie Kai-Steffen Schwarz, Manga-Verlagsleiter bei Carlsen, betont.

Das sieht man bei Tokyopop ganz ähnlich, wo man Umsatzzuwächse zu einem erheblichen Anteil „modernen Klassikern“ wie „Death Note“ oder „Elfen Lied“ zu­schreibt. Joachim Kaps hofft noch deutlich mehr zu erreichen, „wenn wir Hand in Hand mit dem Handel dafür sorgen, dass die Regale im Buchhandel flächendeckend auch mit der in diesem Feld gut verkäuflichen Backlist bestückt sind“. 

Text: Martin Jurgeit

aus: buchreport.magazin 5/2013

Foto: Leipziger Buchmesse

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