Geht Amazon vor?

Warum werden die Sendungen von Amazon am nächsten Tag geliefert, während die Lieferungen der Buchhändler angeblich oft länger als eine Woche im Lager verstauben? Eine Frage, die die Vertreter der Fachausschüsse im Rahmen des Branchenparlaments intensiv diskutierten. 
Thomas Wrensch, Chef im Sortimenter-Ausschuss, berichtete, dass viele Sortimenter feststellen mussten, dass zum Teil sieben bis acht Werktage vergingen, bis ihre Sendungen beim Kunden ankommen –  während Amazon am nächsten Tag liefere. Postbeamte, Paketzusteller und Postdirektionen hätten übereinstimmend erklärt, dass sie dazu angewiesen wurden, bei Überlastung die drei Großkunden (und damit Amazon) zu bevorzugen. 
Das Branchenparlament empfahl dem Börsenverein, das Thema an die Presse zu geben und einen Musterbrief zu erstellen, den die Verlage und Händler an die regionalen Postdirektionen weiterleiten können. Zudem bittet das Parlament um Belege aus dem Sortiment, die eine Bevorzugung von Amazon untermauern.

Kommentare

9 Kommentare zu "Geht Amazon vor?"

  1. Buchbetreuerin | 22. April 2013 um 17:59 | Antworten

    Bei den horrenden Portokosten, die der Monopolist „Deutsche Post“ sich erlaubt, und den schon wieder teurer gewordenen Büchersendungen ist es eine glatte Unverschämtheit, dass die Masse der Bücherversender wie Buchhandlungen, Kleinverleger usw. auf der langen Bank warten darf. Als Kleinverlegerin habe ich horrende, schon wieder gestiegene Büchersendungskosten pro Jahr zu tragen, und gleichzeitig warten die meisten meiner Kunden 1 Woche oder länger auf meine Sendungen. Und sind oftmals sauer, weil sie die Zustellzeiten nicht nachvollziehen können. Es ist erkennbar, dass die Post Briefe erheblich schneller befördert als Büchersendungen.

    Übrigens warte ich als Amazon-Kunde im Durchschnitt immer 2-3 Tage auf meine Lieferung, da ich grundsätzlich nur „Standardversand“ ankreuze, nicht „Expressversand“. Nur in Einzelfällen kommen meine Amazon-Bestellungen schon am nächsten Tag an – ich vermute, immer dann, wenn bei Amazon gerade nicht so viel zu tun ist.

  2. Keine Ahnung haben ist ja okay. Aber keine Ahnung haben und das auch noch kundtun, das ist peinlich. Aber die Regel, hier. Amazon verschickt Bücher mit DHL. Wenn ein anderer Händler nicht mit DHL verschickt sondern mit der Briefpost und u.U. noch „Büchersendung“ wählt, braucht diese Sendung vermutlich länger. Aber mal im Ernst: darüber hat man nicht wirklich in Frankfurt gesprochen, oder? Und die Poster hier wissen das doch ebenso.

  3. Es steht den Buchhändlern frei, eine Logistikorganisation aufzubauen, die so schnell an Besteller zustellt, wie die Buchhändler das wünschen. Die Infrastruktur hierfür scheint gegeben: Der einzelne Buchhändler bräuchte sich nur hinter seinem staubigen Tresen hervorzuquälen und das entsprechende Buch in den Briefkasten des Bestellers in seiner Nachbarschaft einzuwerfen. Allein, es scheint fraglich, ob dem niedergelassenen Buchhandel der Sinn nach so viel Kundenfreundlichkeit steht.

    • Landbuchhändler | 19. April 2013 um 18:09 | Antworten

      Das ist nicht fair. Wir zahlen der Post für unsere Sendungen mehr als der Großkunde und unsere Sendungen werden zum Ausgleich auch noch verzögert. Als kleine Landbuchhandlung versenden wir bis zu 50 Sendungen pro Tag in unserem Landkreis und diese kann ich rein zeitlich nicht persönlich zustellen. Wir versenden nur noch als Brief oder Paket und erwarten daher auch von der Post eine vergleichbare Servicequalität.

  4. Ist doch klar, daß Großkunden bevorzugt werden, das ist doch in jedem Geschäft so. Wer den größten Umsatz bringt, der wird auch bevorzugt behandelt.

  5. sehr relevantes Thema!!!
    Diese Ungleichbehandlung führt immer wieder zu Nachteilen und Kundenentäuschungen bei Buchsendungen, die nicht über Amazon abgewickelt werden. Sehr ärgerlich, denn dieses Thema kann ein einzelner Verlag und selbst eine große Auslieferung kaum bzw. gar nicht beeinflussen. Hier könnte doch einmal der Börsenverein ein „virtuelles“ Gesamtvolumen mit DHL, Hermes etc. verhandeln, um eine signifikante Lieferzeitverkürzung zu erreichen – ohne dass sich die Versandkosten erhöhen müssen.
    In jedem Fall führt diese Situation der stark unterschiedlichen Lieferzeiten dazu, dass alternative Bestellwege auf Dauer weitere Marktanteile verlieren.
    Klar hat ein einzelner Großkunde immer eine sehr gute Verhandlungsposition. Aber hier kann der Börsenverein mit einem virtuellen Gesamtpaket ordentlich etwas entgegen setzen und dieses Ungleichgewicht deutlich minimieren!

    • Ralf Schiering | 20. April 2013 um 13:53 | Antworten

      Für Mitglieder des Börsenvereins gibt es ein recht attraktives Angebot mit DPD zu versenden: Abholung, Track&Trace, Versicherung inkl. – das kann auch für Verlage interessant sein, denn bei diesem Tarif sind Gewichte bis 30,5 kg möglich.
      Scheinbar ist dieses Angebot nur wenig bekannt.

  6. Online geht vor! | 18. April 2013 um 20:39 | Antworten

    der Lobbyverein wird immer alberner

  7. Qualität geht nunmal vor!

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