Absatz hui, Margen pfui

Es war der Coup im vergangenen Spätsommer, als der kanadische E-Book-Spezialist Kobo einen Deal mit dem US-Buchhändlerverband schloss und so den stationären Vertrieb für die eigenen Reader und Tablets massiv ausbauen konnte (hier mehr). Ein halbes Jahr später ziehen die Buchhändler eine erste, gemischte Zwischenbilanz.
Nach Angaben der American Booksellers Association (ABA) haben die Buchhändler mit Hilfe von Kobo innerhalb von nur einem Monat mehr E-Books verkauft als zuvor mit dem E-Reading-Partner Google binnen zwei Jahren. Das berichtet digitalbookworld.com. Die Zusammenarbeit mit Google endete im Januar 2013, auf Wunsch von Google (buchreport.de berichtete).
Besser als mit Google
ABA-Director Neil Strandberg führt dies darauf zurück, dass die Buchhändler, anders als bei der Google-Allianz, in den Geschäften auch die passenden Geräte verkaufen könnten. Laut Kobo, so der Bericht von digitalbookworld.com, seien bislang 460 Buchhändler als Partner an Bord, bis Ende des Jahres soll die Zahl auf über 1000 wachsen.
Das auf E-Reading spezialisierte Portal hat sich außerdem umgehört, wie viele Kobo-E-Books und -Gerätevon einzelnen Buchhändlern verkauft worden sind. Die Angaben zu den E-Books variieren stark und reichen von „gar keine“ (so ein Buchhändler, der allerdings mehr als ein Dutzend E-Reader verkauft habe) bis hin zu mehreren Hundert E-Books in wenigen Monaten. Eine ähnliche Spanne (eine Handvoll bis mehrere Hundert) ergibt sich beim Verkauf der E-Reader. Beispiele: The Talking Leaves in Buffalo (New York) habe seit Beginn der Kooperation zwei Geräte verkauft, während der Mini-Filialist The Books Inc. (ein Dutzend kleinerer Standorte) 200 Reader abgesetzt habe.

Marge am unteren Ende

Auf der Suche nach den Erfolgsfaktoren wurden von den Buchhändlern insbesondere der Standort (z.B. technikaffine Leser in Brooklyn, NY) sowie Art und Weise der E-Reader-Präsentation genannt (Größe der Displays, Marketing-Aktionen).
Bei aller Jubelei sind auch die US-Buchhändler angesichts der schmalen Margen im E-Geschäft not amused. Bei der Hardware liege die Gewinnmarge bei 5% – geringer als bei allen anderen Artikeln, die im Laden verkauft würden; bei den E-Books variiere der Anteil zwischen 8 und 20%.
Am Beispiel des Mini-Filialisten The Books Inc. kommt digitalbookworld.com bei 200 verkauften Readern und 400 abgesetzten E-Books in einem halben Jahr auf 1600 Dollar unter dem Strich. 

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