Dünn und digital

Im Zuge des Umbaus der Cornelsen-Bildungsgruppe steht ein weiterer Personalabbau auf der Agenda. In Berlin sollen bei den Schulverlagen nach Verdi-Angaben 15% der Stellen wegfallen.

Laut Gewerkschaft stehen im ersten Halbjahr 2013 rund 150 von 1000 Stellen zur Disposition. Am heutigen Donnerstag, 21. März 2013, hat in Berlin eine Mitarbeiterversammlung stattgefunden, bei der die Stellenstreichungen bekanntgegeben wurden. 

Inzwischen hat Cornelsen die „Verschlankung“ des Unternehmens bestätigt – ohne Zahlen zu nennen. Um sich insbesondere auf den Unternehmensbereich Schulverlage zu konzentrieren, soll bei den Cornelsen Schulverlagen „massiv“ in die Verbesserung der Prozesse und IT-Systeme investiert werden. Ziel: Das „(digitale) Schulbuch der Zukunft“ soll von den Cornelsen Schulverlagen kommen.

Außerdem stellten die Cornelsen Schulverlage jetzt die Weichen, um auch in Zeiten von sinkenden Schülerzahlen und einem insgesamt schrumpfenden Markt erfolgreich agieren zu können.

„Derzeit laufen verschiedene Projekte zur Modernisierung und zur Verschlankung des Unternehmens. Insbesondere sollen die Prozesse  in den Arbeitsabläufen von der Produktidee bis zum Markterfolg optimiert und vor allem auch standardisiert werden“, erklärt die Verlagsgruppe auf buchreport.de-Anfrage.

Aus Sicht von Verdi ist der Personalabbau ungerechtfertigt, Cornelsen schreibe schwarze Zahlen und sei kein Sanierungsfall. „Ohne erkennbare Not werden Beschäftigte zur Sicherung der zukünftigen Rendite der Gesellschaft auf die Straße gesetzt“, zitiert die „B.Z.“ aus Berlin einen Verdi-Mann.

Verdi hatte bereits Anfang März anlässlich der Entlassung von 25 Mitarbeitern der Franz Cornelsen Corporate Services GmbH (FCCS, erbringt IT-Dienstleistungen für die Bildungsgruppe) eine Kündigungswelle im dreistelligen Bereich innerhalb des Cornelsen Verlages angekündigt, mit dem Kommentar: „Nach Marktbereinigung durch Zukäufe kommt jetzt der Personalabbau.“
Cornelsen hatte die schon 2010 eingefädelte Restrukturierung der Verlagsgruppe, bei der zunächst aus 30 eigenständigen Einheiten fünf strategische Felder herausgefiltert wurden, im Sommer 2012 forciert: Kern: Das Unternehmen konzentriert sich auf den Schulbuchmarkt und den digitalen Bereich. Die dafür erforderlichen Investitionen sollen aus dem Verkauf von Unternehmensteilen (Nachhilfe, Wissenschaftsverlage und Kinder und Jugendbuch) kommen. Der Verkauf ist inzwischen abgeschlossen.
Im Oktober bestätigte Cornelsen, dass 140 Mitarbeiter des Bibliographischen Instituts (BI) gekündigt werden. 

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