Mister Weltbild kommt

Er  gilt in der Branche als Visionär, der unbequeme Trends ohne mit den Wimpern zu zucken ausspricht. Und als erfolgreicher Unternehmer, der aus einem Mini-Verlag für katholische Zeitschriften ein Medienimperium entwickelt hat: Carel Halff, Chef von Weltbild, der auf der TOC buchreport am 23. April in Berlin über den deutschen E-Book-Markt referiert.
Der am 24. September 1951 im niederländischen Haarlem geborene Halff stieg nach drei Jahren beim Deubner Fachverlag für Naturwissenschaften Mitte der 1970-er Jahre als Geschäftsführer beim Winfried-Werk ein, in dem seinerzeit Zeitschriften katholischer Prägung veröffentlicht wurden und aus dem später der Weltbild Verlag in Augsburg hervorging. Der Umsatz der daraus entstandenen Verlagsgruppe Weltbild wuchs bis 1980 auf 12,8 Mio Euro – und in den Folgejahrzehnten bis auf 1,94 Mrd Euro im Spitzenjahr 2007/2008 (im Geschäftsjahr 2011/12 lagen die Erlöse bei rund 1,6 Mrd Euro). weltbild.de ist heute nach Amazon der zweitstärkste Medien-Shop im Internet.
Die jüngsten Signale des Unternehmers Halff:
  • Im Herbst 2012 prognostizierte Halff prognostiziert einen weiteren Flächenrückbau im Buchhandel, der 50% der Flächen und Standorte stilllegen werde (hier mehr) – die Verkaufsflächen würden  noch drastischer zurückgefahren, als er 2010 gegenüber buchreport prophezeit hatte. 
  • Anfang März 2013 präsentierte Halff in Berlin den digitalen Schulterschluss mit Hugendubel, Thalia und dem Club Bertelsmann sowie der Telekom: Das E-Book-Programm soll eine Antwort auf den Erfolg des Kindle von Amazon sein (hier mehr zu Tolino).
Auf der TOC buchreport wird Halff mit Michael Justus  (Geschäftsführer, S. Fischer), Jens Klingelhöfer (CEO beim E-Book-Dienstleister Bookwire) und Marcel Hartges (Verleger, Piper) über die Entwicklung des deutschen E-Book-Marktes sprechen. 
Hier mehr zur Konferenz TOC buchreport

Kommentare

2 Kommentare zu "Mister Weltbild kommt"

  1. Das E-Book muß vor allem aus der Buchpreisbindung raus!! Zuvor müssen die Verlage das E-Buch billiger machen. Mehr als 5 € sieht keiner ein, dafür berappen zu müssen, denn mehr ist es auch nicht wert! Aber es muß eben auch Spielraum – zB für Gutscheine der Online-Händler – geben!
    Spellsurf

  2. Das Ebook ist tatsächlich im deutschen Buchhandel angekommen!

    Ich habe eine Buchhändlerin (in einer WELTBILD-Filiale) getroffen, die einen Reader bedienen konnte! Die erste Buchhändlerin, die sich mit dem Thema befasst hatte! Die erste Buchhändlerin, die von Ebooks geschwärmt hat!

    Auch hier in BUCHREPORT fallen Vorbehalte und Vorurteile, die vor allem den Buchhändlern und Verlagen – den Zuspätgekommenen – geschadet haben. Es wird offen diskutiert – auch mit einer gewissen Begeisterung – was möglich ist.

    Die Dinge sind im Fluss. Ein dritter Mitspieler positioniert sich neben Amazon und den Buchpiraten. Und zwar ernsthaft und mit Sinn für die Realitäten.

    Ich ging immer davon aus, dass das Ebook Amazon und den Buchpiraten gehört, dass am Ende diese beiden zusammenrauschen werden. Ich sehe, dass ich mich vielleicht getäuscht habe.

    Das Spiel ist offener, als ich dachte.

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