Primus auf dem Kriegspfad

So weit wie Amazon, der vor einigen Jahren den Büchern von Macmillan in den USA kurzzeitig den Kauf-Button entzogen hatte, weil sich der Onliner mit der Holtzbrinck-Tochter nicht auf neue Konditionen einigen konnte, ist Barnes & Noble (noch) nicht gegangen. Doch dass es zwischen dem Filialisten und Simon & Schuster überhaupt zu einem Showdown gekommen ist, gilt als Zeichen dafür, dass beim Buchhandelsriesen die Nerven blanker liegen, als bislang in der Branche angenommen.
Kaum haben die Verlage die Ankündigung einigermaßen verdaut, dass der Großbuchhändler sein Filialnetz in den nächsten zehn Jahren um rund ein Drittel zurückfahren will (buchreport.de berichtete), sorgt das Unternehmen erneut für negative Schlagzeilen.

Weil der Buchfilialist sich von Simon & Schuster nicht genug unterstützt fühlt – was im Klartext nichts anderes heißt, als dass Barnes & Noble höhere Rabatte und Zuschüsse zu Printanzeigen beziehungsweise Buchpromotions einfordert –, straft er die Publikumsverlagsgruppe mit einem angeblich kräftig reduzierten Auftragsvolumen ab.

Ein von „Publishers Weekly“ veröffentlichtes Statement lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Als größter physischer Buchhändler im Land setzt sich Barnes & Noble für jene Verlage ein, die unsere Buchhandlungen unterstützen.“ In den USA wird deshalb bereits spekuliert, ob Simon & Schuster ein Einzelfall ist oder Barnes & Noble demnächst zu einem großen Rundumschlag ausholen wird. Unklar ist, ob die beiden Parteien inzwischen wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt sind.
Auch in Großbritannien sind die Konditionen ein marktbeherrschendes Thema. Mehr dazu im aktuellen buchreport.express 6/2013 (hier zu bestellen).

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