Wer hat den Masterplan?

Jeder für sich, oder alle an einem Strang? Weil sich die Branche transformiert und dieser Prozess im klassischen Gefüge von Verlagen, Zwischenbuchhandel und Sortiment Bruchzonen erzeugt, schwebt diese entscheidende Zukunftsfrage über der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Publikumsverlage in München.

Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder fand dramatische Worte: Er sieht die Branche an einem Scheideweg. Kurzfristige Partikularinteressen untergraben zunehmend den Spartenkonsens, konstatierte er vor den Verlegern. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der es um so wichtiger sei, mit einer Stimme zu sprechen.

Der Druck erhöht sich auch auf politischer Ebene: Urheberrecht, Preisbindung, reduzierter Mehrwertsteuersatz für Bücher – die Rahmenbedingungen für die Branche müssen gerade im Wahljahr 2013 mit besonders hohem Einsatz verteidigt werden, mahnt auch Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. 
Großes Thema bei den Verlegern sind auch die Veränderungen im stationären Handel, der durch die Online-Konkurrenz stark unter Druck steht. „Sie haben einen neuen Freund gefunden, dessen Name mit A beginnt“, sagte Skipis den Verlegern mit Blick auf Amazon. „Denken Sie daran: Sie machen 49% Ihres Umsatzes mit dem stationären Handel. Lassen Sie den bisherigen Freund nicht fallen. Es gibt keine Alternative.“
Skipis enthüllte auch weitere Details zur Buchmarketing-Kampagne, die mit insgesamt 3 Mio Euro aus den Ausschüttungen der Wirtschaftsbetriebe des Börsenvereins finanziert wird. Auf der Leipziger Buchmesse (14. bis 17. März 2013) soll sich der Vorhang mit einem publikumswirksamen Auftakt heben. „Lassen Sie uns das Ding gemeinsam rocken“, appellierte Peter Kraus vom Cleff an seine Verleger-Kollegen.
Mehr zum Thema im kommenden buchreport.express 5/2013.

Kommentare

1 Kommentar zu "Wer hat den Masterplan?"

  1. „Denken Sie daran: Sie machen 49% Ihres Umsatzes mit dem stationären Handel. Lassen Sie den bisherigen Freund nicht fallen. Es gibt keine Alternative.“ Ach, und was macht der Freund namens Handel um aktiv!!!! unsere Bücher zu verkaufen? Stellt sie ins Regal, so dass nur der Buchrücken sichtbar bleibt / Stellt die Läden voll mit Krimskrams / Immer weniger Mitarbeiter können fundiert Bücher empfehlen.

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