Die E-Book-Szene ist aus der Google-Suche verschwunden

Einer der bekanntesten Bücher-Piraten ist in diesen Tagen mehrfach in die Schranken gewiesen worden. Der Blog von „Spiegelbest“ ist von Google vom Netz genommen. Außerdem hat Amazon den Verkauf eines E-Books des Piraten gestoppt.
Die Sperrung des Buches „Spiegelbest. Interview mit einem Buchpiraten“ bei Amazon ist offenbar von Autoren und einigen mittelständischen Verlagen erreicht worden (eine Antwort von Amazon steht noch aus). Das Buch verlinkt zu illegalen E-Book-Angeboten und umfasst neben seitenweisen Selbstbefragungen auch einige Artikel (u.a. von buchreport.de), die der Herausgeber ohne Genehmigung der Urheber kompiliert.
Außerdem wurde ein Blog durch den Blogbetreiber Google gesperrt, in dem Spiegelbest ebenfalls direkt zu Piraterieportalen verlinkt hat. Diese Initiative ging von CounterFights aus, einem auf Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie spezialisierten Unternehmen aus Jena. Der Antrag erfolgte im Namen von zehn ausgewählten Verlagen und Autoren.
Das von Spiegelbest verlinkte E-Book-Piraterie-Portal mit über 20.000 deutschen E-Books ist weiterhin im Netz verfügbar. Laut Andreas Kaspar von CounterFights steht der Server in der Ukraine. Das Rechenzentrum sei allerdings schon informiert worden. „Das läuft vermutlich auf einen Gerichtsbeschluss hinaus, das müssen größere Verlage regeln“, fordert Kaspar. 
Der Buchpirat finanziere sich durch Spenden, außerdem kassiere er bei Filehostern Geld für den Upload von E-Books.
In seinem E-Book beschwert sich Spiegelbest über die Jagd auf Bücherpiraten. „Die ganze E-Book-Szene ist aus der Google-Suche verschwunden. Es sind hunderttausende von Readern über Weihnachten verkauft worden, und niemand findet uns. Das ist nicht optimal.“  

Kommentare

32 Kommentare zu "Die E-Book-Szene ist aus der Google-Suche verschwunden"

  1. Ein neuer Spiegelbest-Blog ist wieder online. Unser Proxy in der Ukraine ist mit Backup-Proxy deutlich besser aufgestellt als vorher – ohne dass ich hier in Details nennen darf.

    An der Googlesuche arbeiten wir. Es geht aber auch ohne Google. Ab einer bestimmten Nutzerzahl ist Mundpropaganda wichtiger. Das war bei den MP3s auch so.

    Die Initiative von CounterFights war reine Geldverschwendung. Soviel darf ich bescheiden feststellen.

    Der Buchhandel verliert wertvolle Zeit mit der Jagd nach Buchpiraten. Wer ins Netz geht, verliert die Eigentumsrechte, die er aus dem Real Life kennt. Preisschildchen sind Web-Folklore.

    Ebooks werden ein € 0,00-Produkt sein. Sony und Amazon mit € 0,20-Bestsellern sind da ein weiterer Schritt. Wer mit Ebooks Geld verdienen will, braucht neue Ideen. Sonst wird das nichts, fürchte ich 😉

    • Ulf-Jochen Froitzheim | 1. Mai 2013 um 16:32 | Antworten

      Soso, da will also einer partout die Welt von digitalen Büchern befreien. Sie treiben ja einen enormen Aufwand, um Verleger zu nötigen, zum guten alten Papier zurückzukehren und die Vorteile digitaler Bücher den Lesern vorzuenthalten. Sie kommen sich dabei wahrscheinlich auch noch toll vor – ein Kulturrevolutionär, der keine physische Gewalt mehr braucht, um Kulturschaffende aus dem Weg zu räumen. Um diesen die wirtschaftliche Existenzgrundlage zu zerstören, müssen Sie sich nicht mehr die Finger nicht mehr schmutzig machen. Seltsam nur, dass Sie sich hier austoben dürfen.

  2. Es ist wohl eher die Frage, ob es einen Weg gibt an die Bücher zu kommen und dafür nicht bezahlt. Dann Spenden hierfür kassiert und das Geld dann in die eigene Tasche steckt. Das lohnt sich dann bei wie vielen Tsd. Usern die monatlich 5€ Spenden, genau ab wann??

  3. Auch ich möchte noch einmal die ökonomischen Zwänge betonen. Vergessen sie bitte die Kiddies, die kein einziges der 1000 Bücher auf ihrer Festplatte jemals lesen ! Die machen nämlich den Grossteil dieser Downloads aus.Sind aber eine gute Geschäftsgrundlage für Abuse-Söldner. g*
    Vielen verarmten wirklichen Lesern fehlt es einfach an Kaufkraft, um sich ihre Neuheiten leisten zu können.
    Genau, Bibliothek, warten, arme Menschen müssen nun mal, ich kann mir auch nicht alles leisten, dann sollen sie doch Kuchen essen …..!!!!!

    Dazu kommen noch totale Mondpreise auf dem Gebrauchtmarkt für vergriffene Bücher.
    Damals sollte ich für Frequent Flyer für Kinky Friedman über 60€ bezahlen, da es im normalen Handel vergriffen war.
    Schauen sie sich bitte mal die Neil Carey Reihe von Don Winslow auf Amazon an ! Diesen Forderungen stehen eben die gescannten Bücher entgegen. Und ich bin froh darüber.
    Nebenbei kann ich mir auch nicht vorstellen, daß ein Autor es bedauert, wenn sein Buch gelesen wird, wenn er ohnehin in beiden Fällen (gebraucht -Wucherpreis, gescannt-kostenlos) nichts verdient.

  4. Was ich bei dem Artikel nicht verstehe: „Der Blog von Spiegelbest ist von Google vom Netz genommen.“ Seit wann kann Google Seiten von fremden Servern entfernen? Oder was ist damit gemeint?

  5. Wurde bei den Maßnahmen nicht was vergessen? Die Seite mit den Büchern ist ja online wie gehabt und führt auch heute die aktuellen Spiegel-Bestseller. Mal sehen, wie lange er braucht, um wieder einen Blog einzurichten. Ach ja, sein Buch ist auch unterwegs, auf Piratenseiten, für umme.

    • Für umme ? Das passt ja wieder zu den gierigen Raubkopierern. Im Gegensatz zu Netzsöldnern finden sie sich nicht zu schade, ihre Arbeit für „umme“ anzubieten.

  6. Die Antwort des Herrn Kaspar möchte ich – da er auch meinen Kommentar explizit anspricht – nicht unbeantwortet lassen, auch wenn ich damit den (nicht zutreffenden) Eindruck erwecken werde, Befürworter der Raubkopierer-Szene zu sein.

    Ob nun kostenlos angebotene Raubkopien wirklich besser sind, als solche an denen der Raubkopierer verdient, sei dahingestellt. Wenn Bücher aber ohne finanzielle Interessen bereitgestellt werden, spricht das zumindest für einen gewissen Altruismus des Anbieters, zumal die erforderliche Infrastruktur auch auf Seiten der Raubkopierer nicht umsonst sein dürfte. Bemerkenswert: Selbst der Gesetzgeber hat hier eine Unterscheidung in § 106 bzw. § 108a UrhG vorgenommen und den Strafrahmen für die gewerbliche Tatbegehung deutlich angehoben.

    „Spiegelbest“ dafür verantwortlich zu machen, das auf eBay, über Kleinanzeigen oder anderen Plattformen vermehrt mit kopierten E-books gehandelt wird, geht ebenfalls an der Sache vorbei. Hier wird der jeweilige Anbieter aus eignen Entschluss handeln. Man müsste vielmehr annehmen, dass das Angebot von „Spiegelbest“ solchen gewerblichen Angeboten den Boden entzieht. Zudem: Wer raubkopierte Bücher zum Kauf anbietet, wird auch die einschlägigen Seiten kennen, auf denen die Bücher zu finden sind. Bei mir hat eine fünf-minütige Recherche im Internet gereicht um mehrere Seiten zu finden, auf denen Bücher angeboten werden.

    Besonders bedenklich jedoch und damit der eigentliche Anlass für meine Replik ist die Aussage des Herrn Kaspar, in der er Spiegelbest und seinen Spender organisierte Kriminalität unterstellt.

    Allein ein Blick auf Wikipedia unter dem Stichwort organisierte Kriminalität zeigt, dass der Autor sich hier vergaloppiert. „Buchbefreier“ mit Drogenhandel, Prostitution und Menschenhandel, Schutzgelderpressung oder illegalen Waffenhandel gleichzusetzen, geht dann doch zu weit, selbst wenn man berücksichtigt, dass Herr Kaspar aus eigenen beruflichen und damit finanziellen Interesse ein möglichst düsteres Bild zeichnen muss.

    Genau dieser Versuch der Kriminalisierung hat bereits bei der Musikindustrie und auch im Falle der GEZ in die Sackgasse geführt. Anstelle über andere Möglichkeiten nachzudenken, neue Vertriebsmöglichkeiten und -wege in Betracht zu ziehen, wird mit Verweis auf das kriminelle Tun, der Raubkopierer, Spender oder auch Leser, diese Möglichkeit von vorneherein zurückgewiesen.

    Der Beitrag von Petra van Cronenburg (http://www.buchreport.de/blog…. zeigt doch, wie eine mögliche Zukunft aussehen könnte. Wenn man die hierin enthaltenen Erkenntnisse mit einer angemessenen Flatrate kombinieren würde, wäre mir um den Buchmarkt nicht bange. Die wenige Raubkopien, die dann über die Seiten von Spiegelbest und Konsorten dem Markt Käufer entziehen, dürften kaum mehr ins Gewicht fallen.

    • Die Öffentlichkeit bringt die organisierte Kriminalität aufgrund der besseren Medienwirksamkeit in der Regel nur mit den von Ihnen genannten Tatbeständen in Verbindung. Bei solchen angeblich banalen Delikten wie digitalen Buchklau ist das Verständnis noch nicht angekommen, dass es sich hierbei um die gleichen Strukturen handelt.

      Der Begriff organisierte Kriminalität sagt auch nichts darüber aus, womit illegal gehandelt wird, nur wie: arbeitsteilig, geschäftlich und dauerhaft.

      Das ist bei „spiegelbest“ nicht anders: mehrere Mitglieder, welche die E-Books bei Amazon & Co. mit den Gutscheinen einkaufen, Andere, welche die E-Books bei den Piratenseiten einstellen, dazu Administratoren die seine Webseiten am Laufen halten. Das Ganze gestützt durch Gutschein-Spender welche glauben, das sei alles ganz legal.

      • Um jetzt nicht im Ungefähren zu bleiben, hab ich mal ein wenig geblättert:

        „Da die überwiegende Anzahl der Cracker-Gruppen nicht aus finanziellen Motiven handelt, kommt eine Anwendung von § 108a UrhG nur bei wenigen Gruppen in Betracht, die mit Ihrer Tätigkeit Profit erzielen möchten.“
        (Quelle: Lars Rau, Phänomenologie und Bekämpfung von Cyberpiraterie, 2004)

        Auch Wandtke (It-Recht und Medienstrafrecht, 2011) geht davon aus, dass nur derjenige gewerbsmäßig handelt, der die Urheberrechtsverletzung in der Absicht vornimmt, sich durch eine wiederholte Begehung ähnlicher Taten eine fortlaufende Einnahmequelle von einiger Dauer und einigem Umfang zu verschaffen.

        Und nochmals Rau:

        „Im Vergleich zu den typischerweise von § 129 StGB erfassten Fällen erscheinen die nebenstrafrechtlichen Delikte aus dem Urheberrechtsgesetz in einer Gesamtbewertung weitaus weniger gefährlich für den Rechtsfrieden, weshalb es durchaus vertretbar ist, die Warez-Gruppen nicht als kriminelle Vereinigungen i.S.v. § 129 StGB zu klassifizieren. Dieses Ergebnis steht überdies in Einklang mit der Rechtsprechung des BGH, wonach bei der Anwendung des § 129 StGB eine Begrenzung auf solche Organisationen geboten ist, die eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder für die Volksgesundheit darstellen.“

        Ein Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass eine weitere Kriminalisierung über § 106 UrhG hinais durch die Einordnung als organisierte Kriminalität nicht nötig ist. Im Jahr 2011 gab es 2.781 sonstige strafrechtliche Verstöße im Urheberrechtsgesetz, 654 weniger als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote lag bei 79,1 %.
        (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2011)

        Erfreulich an Ihrer Antwort ist zumindest, dass Sie nun die Spender vom Vorwurf der organisierten Kriminalität herausgenommen haben. Gleichwohl führt Ihre Argumentation in die bereits erwähnte Sackgasse.

        • Vielen Dank für die Ausführungen, die sind auch soweit richtig. Das Problem liegt nur daran, dass Sie „spiegelbest“ mit den „Warez-Gruppen“ und „Crackern“ vergleichen.

          Dieser Vergleich ist jedoch nicht möglich, da er hier z.B. nicht zum „Spaß am Kopierschutzaushebeln“ die E-Books verbreitet, sondern aufgrund des „Spaß an der illegalen Verbreitung“ an sich. Die echten (!) „Warez-Groups“ agieren im Verborgenem und lehnen eine Massenverbreitung ihrer „gecrackten“ Kopien ab.

          Zudem generiert er Einnahmen durch die Spenden. Es ist auch egal, wofür er diese Spenden einsetzt, es sind faktisch Einnahmen, welche sein System stützen und der Ausweitung seines illegalen Produktrepertoires dienen. Er verbreitet die E-Book Kopien zusätzlich über zahlende Dienstleister, egal was er öffentlich behauptet. Dafür gibts genug Beispiele, die ich jedoch hier nicht angeben werde.

          Wie die interne Organisationsstruktur seines Systems funktioniert, werde ich hier ebenfalls nicht preisgeben. Es ist jedoch nicht nur Einer, welcher mal soeben aus Spaß an der Freude ein paar zehntausend E-Books auf einen Server packt oder über Filehoster verbreitet.

          • Wir könnten hier sicherlich noch eine Weile über die strafrechtliche Einordnung und über organisierte Kriminalität plaudern, nur führt dies zu nichts. Sie dürfen sich aber sicher sein, dass – mein Nick hier sollte Hinweis genug sein – ich weiß wovon ich rede.

            Spannend fände ich aber einen Einblick in die Organisationsstruktur von Spiegelbest. Denn obwohl ich mich im größten Tauschportal ausführlich informiert habe, das zwischenzeitlich gelöschte Blog gekannt habe und in der Zwischenzeit sowohl das Portal im TOR-Netz als auch den Channel im IRC kenne, könnte ich außer dem Aushängeschild „Spiegelbest“ niemanden benennen.
            Sollten Ihre Informationen um so vieles besser sein, drängt sich mir die Frage auf, warum Sie diese nicht im Interesse der Autoren und Verlage verwenden. Mit der entsprechenden Info sollte es doch möglich sein, auch Torbooks (wenn schon nicht die Börse) vom Netz zu bekommen. Oder liegt es – bitte verzeihen Sie mir diesen polemischen Einwurf – dass die von ihnen in einem früheren Kommentar genannten 100.000.- EUR noch nicht auf das Konto von Counterfights geflossen sind?

          • CounterFights | 23. Januar 2013 um 19:24 |

            Das müssen Sie den Börsenverein fragen. Dem Herrn Dr. Sprang ist „spiegelbest“ nicht groß genug, um hiergegen vorzugehen.

          • Manuel Bonik | 24. Januar 2013 um 10:46 |

            Ooch, jetzt kommen Sie dem Börserverein doch bitte nicht mit Sachfragen, wenn es um Piraterie geht. Was war da der Weisheit letzter Schluss? Das:

            http://www.buchreport.de/nachr

            Und was wird am Ende das einzige sein, was bei dieser von Anfang an klar als Unfug erkennbaren Kampagne herauskommt? Gemütliche Pöstchen:

            http://www.gvu.de/25_208_Alexa

  7. Der Kommentar von „spiegelbest“, dass seine Raubkopien besser seien, weil er sie angeblich kostenlos anbietet, zeigt eindeutig sein fehlendes Verständnis für die Realität und dass er die Tragweite seines illegalen Handelns nicht versteht. Die Behauptung, er würde sie kostenlos anbietet und nicht daran verdienen, widerspricht den zahlreichen kopierten E-Books, welche er selbst bei den bezahlenden Filehostern und Zwischenseiten zusätzlich anbietet oder angeboten hat. Und was er nicht selbst illegal hochlädt, lässt er durch seine Unterstützer verbreiten.

    Zudem ist fraglich, ob er mit den gespendeten Amazon-Gutscheinen wirklich nur die Bücher kauft? Er kann ja gerne eine Einkaufsliste mit den eingelösten Gutscheinen veröffentlichen, er ist ja sonst so mitteilsam.

    „Seine“ Raubkopien sind zudem nicht nur die Quelle für die zunehmende Anzahl von Piraterieseiten und Blogs, sondern auch für den angestiegenen gewerblichen Handel mit tausenden kopierten E-Books bei eBay, über Kleinanzeigen und andere Verkaufsplattformen.

    Hier geht es auch nicht mehr um nur wenige kostenlose Downloads oder um ein „ich will einfach mal nur diesen Autor testen“. Bei der geringen Anzahl von Bestsellern fallen selbst ein paar zehntausend illegale Downloads nicht ins Gewicht. Wenn jedoch die Mehrheit der Nicht-Bestseller nur noch bei den Buchpiraten illegal heruntergeladen werden, wird es eine breite Masse von neuen Werken in den nächsten Jahren nicht mehr geben, weil die Autoren für Ihre Arbeit nicht mehr bezahlt werden und nicht nur den Sinn, sondern auch die Lust am Schreiben verlieren. Es gibt bereits jetzt eine Reihe von Autoren, welche aus diesem Grund nicht mehr publizieren.

    Bis vor einigen Jahren ist die illegale Buchszene eine begrenzte Gemeinschaft von Fans und Freaks gewesen, welche die Bücher noch immer gekauft haben, obwohl sie die Bücher digitalisierten und untereinander „tauschten“. Statt dass 10 Leser je 3 unterschiedliche Bücher gekauft haben und jeder eines davon digital „tauscht“, werden jetzt 20.000 Bücher von nur Einem gekauft und von Zigtausenden heruntergeladen. Jeder, welcher in den letzten Monaten bei „spiegelbest“ regelmäßig gespendet hat, kann selber nachprüfen, wieviele Bücher er trotz Download er dennoch legal als Buch oder E-Book gekauft hat.

    Auch der Kommentar von „libertinus“ fruchtet nicht, dass sich die Leute die Bücher nicht mehr leisten können. Statt die 4 Bücher oder eben weniger bei den Verlagen zu kaufen, wird das gleiche Geld lieber den Buchpiraten wie „spiegelbest“ gespendet, um das Repertoire von 20.000 geklauten E-Books zu erweitern. Ebenso die Kommentare von „Palandt“ und „rechtsanwaltservice“ widersprechen den Tatsachen, da bereits zahlreiche E-Books für 2-5 Euro angeboten werden. Dennoch werden sogar die 0,99 Euro E-Books bei den Piraterieseiten teilweise mehr heruntergeladen als verkauft.

    Die Betreiber von den großen Warez-Foren wissen, dass mit der massenweisen Verbreitung von den kopierten E-Books durch „spiegelbest“ eine Grenze überschritten wurde, welche den Verlagen und Autoren direkt Geld abzieht und hier nicht mehr nur ein „Tausch“ unter Fans und Freaks besteht. „spiegelbest“ hat die Buchszene zum Negativen verändert, indem er den digitalen Buchklau massenwirksam organisiert hat. Damit hat „spiegelbest“ nicht nur die Gegenwehr der Verlage und Autoren auf sich gezogen, sondern auch die Gegenwehr der bisherigen Buchszene, da sie nunmehr ebenfalls ins Visier der Pirateriebekämpfung und der Sperrungen gekommen sind.

    Dass digitale Inhalte mehr geklaut statt gekauft werden, ist zu einer Selbstverständlichkeit der Gesellschaft geworden, deren Rechtfertigung auch nicht daran gesehen werden kann, mit der angeblich kostenlosen Verbreitung der digitalen Kopien werde ein Dienst an einer frei verfügbaren Kultur geleistet. Es ist und bleibt Diebstahl und im Fall von „spiegelbest“ und seiner Spender organisierte Kriminalität.

    Andreas Kaspar
    CounterFights Anti-Piracy

    • rechtsanwaltservice@gmx.de | 21. Januar 2013 um 11:24 | Antworten

      Erstens: Ein guter Autor schreibt nicht des Geldes wegen! Natürlich ist es nett ein bisserl was dadurch – quasi im weiteren Sinne des Wortes als Honorar dafür zu erhalten.
      Zweitens siehe meinen Beitrag oben zum Thema ökonomische Voraussetzung zum Kaufen von Büchern!
      Drittens: Der E-Bookmarkt in der BRD hat einen Anteil von 2%. Ergo sind derzeit Diskussionen über Piraterie und Einkommen von Autoren rein akademischer Art!
      Viertens: CounterFights existiert einzig und alleine Dank Piraterie ebenso wie die widerlichen Abmahnanwälte. Alleine dieses Geld zurück in den produktiven Kreislauf würde vielen Autoren ein sehr gutes Einkommen ermöglichen! Till

      • Ich kann ja Ihre Verärgerung verstehen, was Abmahnanwälte betrifft. Geht mir genauso. Ihre Meinung, dass ein Autor nicht wegen Geld schreibt, ist allerdings mehr als naiv. Wovon soll denn ein Autor Ihrer Meinung nach leben? Von Luft? Soll er die Bücher, nach der Arbeit so nebenbei schreiben (ach ja, auch selbst lektorieren, die PR bei Facebook machen, …)? Irgendwie ist Autor ja doch ein Beruf und genau wie bei Musik, Film, Journalistik … müssen Leute davon leben. Ich weiss nicht, welchem Beruf Sie nachgehen, aber kann man Sie gratis buchen? Wenn ja, wofür?

        Richtig ist sicher auch, dass sich gerade Deutsche Verlage im ebook Geschäft mehr als glatt anstellen. Kann es aber sein, dass ein Teil dieser miesen Zahl von 2% durch Piraterie verschuldet ist. Kann es sein, dass Leute mit dem „Verschleudern“ von Content Geld verdienen (Kim Schmitz sieht nicht sehr verhungert aus)? Ist es nicht ein verbrieftes Menschenrecht, nach der UNO Charta, dass Menschen über ihre intellektuellen Werke verfügen dürfen – über die eigenen, nicht über fremde? (Artikel 27/2 der UN Charta der Menschenrechte).

        Ich weiss nicht, ob sie Autor sind, aber zu bestimmen, dass ein „guter Autor“ gratis arbeiten soll, das ist doch simpel anmassend.

        • Volle Zustimmung, was die Autoren betrifft ! Die müssen wirklich von etwas leben. Aber ein Steinfest oder Genazino wird immer von seiner Schreibe leben können. Alle anderen müssen sich eben einen Sponsor suchen, bis ihre Fangemeinde gross genug ist.

          Ja das Lektorat, auch da haben sie Recht. Zuweilen lese ich da furchtbare Texte bei den freien Autoren.Auch die wirklich armen Übersetzer dauern mich,So manchem dieser Spezies wünsche ich ein Leben mit Wein, Weib und Gesang für die Freuden, die sie mir beim lesen schenkten.

          Der Buchhändler….naja, während Amazon und bekannte Ketten ca. 50% Rabatt erhielten, musste ein kleiner Händler mit 30% zufrieden sein. Nicht nur Online und Ketten-Käufer haben diese Leute plattgemacht, sondern auch die Verlage mit ihrer Politik.

          Wem trauern wir also nach ? Gute Autoren werden immer einen Sponsor finden,Buchhändler werden langfristig verschwinden(von Verlagen und Autoren ignoriert) und Onlinehändler und Ketten werden sich kannibalistisch erneuern.

          Eine Möglichkeit wäre eine Spendenplattform für Übersetzer und Autoren. Zb. mit einer Paysafecard oder ähnlichem. Absolut anonym und trotzdem eine materielle Wertschätzung der Schaffenden..

          • Moment, Sie schlagen ein Spendensystem für Bücher vor? Irgendwie hat das Paralelen mit einem System, was hier gerade angekreidet wurde…

          • Hans Paulsen | 23. Januar 2013 um 17:34 |

            Offenbar ist das gesamte Wertesystem bei Büchern im Umbruch und es wird vermutlich etwas ganz Neues entstehen, dass mit derzeitigen Buchläden, Verlagen und Copyright nur bedingt zu tun hat (eher kaum).

            Buchläden werden zunehmend durch das Internet verdrängt, woran es nur geringe Zweifel geben kann. Ich glaube, dass mittel- und langfristig Verlage verschwinden werden. Ein Verlag kann im Internet durch einen guten Agenten+Lektor ohne weiteres ersetzt werden. Die „Maschine“ Verlag braucht man vielleicht noch bei Fachverlagen (Stichwort: Peer Reviewing), aber bei Belletristik kaum noch.

            Spenden ist eine Möglichkeit, die (dann, ohne Verlage, billigeren Ebooks) direkt beim Autoren zu kaufen, das würde das Problem der urheber schon mal deutlich weiter bewegen.

            Und ja, Crowdfunding – wenn z.B. ein Übersetzer glaubt, ein gutes Werk in Sprache X gefunden zu haben und es vielleicht (als Zusammnfassung, Auszug,…) der deutschen Community anbietet, dann könnte ja genug Geld für die Übersetzung zusammenkommen. Von mir aus sollen die Crowdfunder dann das Buch auch umsonst bekommen. Also Modelle sind denkbar. Denkbar blöd finde ich es, wenn Verlage versuchen Self Publishing Plattformen aufzubauen. Bei Verlagen und auch Buchhändlern (egal ob Kette oder kleiner Laden) hat die Götterdämmerung angebrochen. Sie wollen es nur nicht glauben. Die Piraterie ist da nur ein Teil des Problems.

            Die eigentliche Sauerei ist doch die, dass die Urheber bei normalen Büchern irgendwas zwischen 5 und 10% (eher unter 10) Anteil vom Nettoumsatz bekommen. Sicher ist ein Teil des Geldes noch in einem Lektorat (oder Übersetzung) sinnvoll investiert. Vielleicht soll auch noch ein Promotor/Agent … anteilsmässig vom Umsatz profitieren, der das Buch professionell vermarktet – aber wozu braucht man aufgeblasene Verlage (aufgeblasen im Sinne von redundant besetzt, so mit Hofstaat etc.), Fällt das weg, geht auch der Preis runter. Ein anderer Nebenefffekt wäre, dass die Welt weniger mit Promi-Biografien oder Feuchtgebieten überschwemmt würde. Unbekanntere Autoren hätten in Abwesenheit der riesigen Promo-Maschinen der Verlage eine bessere Chance wahrgenommen zu werden. Vielleicht kämen dann Autoren verstärkt zu Worte die heute weitgehend unbekannt sind? Vielleicht wird die Literatur am Ende von dem Umbruch sogar besser?

  8. Was für eine Welt. Ein Raubkopierer verlegt ein E-Book auf Amazon, gelangt dort auf Platz 17 der Bestellerliste und bekommt letztlich den Ritterschlag durch einen eigenen Betrag auf Buchreport. Und weiter geht es in diesem munteren Reigen: Spiegelbest kann den Artikel wohlwollend kommentieren und bekommt mehr Zuspruch als Kritik.

    Als einer der Käufer des Buches (bevor es kostenlos angeboten wurde, musste man es für 0,89 Euro erwerben) kann ich die Aufregung nicht so recht verstehen. Ob man das Buch nun auf Amazon bezog oder die Interviews auf dem Blog nachgelesen hatte, die Interviews waren die teils unterhaltsam geschrieben Innenansichten eines Buch-Piraten, aber auch nicht mehr.

    Dass man den Blog und das Buch gelöscht hat, mag man als Erfolg verbuchen, aber jedem, dem bekannt ist, dass es mehr als eine Suchmaschine gibt, wird Raubkopien im Internet finden. Sei es nun auf der Seite von Spiegelbest Im TOR-Netz, sei es auf anderen Seiten. Die Lösung des Problems kann nicht in dem (wahrscheinlich erfolglosen) Versuch liegen, solche Angebote zu verhindern, sondern nur darin, dem Kunden ein besseres Angebot zu unterbreiten. Kaum ein Leser wird auf illegale Angeboten zurückgreifen, wenn er eine legale Alternative findet.

  9. Herzlichen Glückwunsch !

    Spiegelbest muss jetzt auf seine Zweit-Yacht wahrscheinlich ein wenig länger sparen. 🙂

    Aber im Ernst, was ist diese Szene denn anders als Teil eines modernen Mäzenenatentums ? Ein großer Teil der Menschen in diesem Land verdient ordentlich, kauft Bücher, finanziert dadurch die Autoren und hilft dadurch Bücher in die Welt zu bringen.

    Anderseits kenne ich immer mehr Leute, die Löhne beziehen welche man 1995 als normal empfunden hat. (Für diese Entwicklung nochmal danke an Gerd und seine grünen Auxilien !)

    Auch diese Leute wollen lesen, ja sicher auch Unsinn von der Bestsellerliste. Und aus eigener Erfahrung im Buchhandel weiß ich, daß diese Leute von ihrem Budget gar nicht in der Lage sind, sich jeden Monat 4 Bücher zu kaufen.

    Somit sind das auch keine entgangenen Einnahmen für Autoren und Verlage. Im Gegenteil, Bücher von Cornwell oder Scarrow wurden von diesen Leuten gekauft, weil sie deren Reihen zuerst kostenlos im Netz fanden. Das trifft auch auf Tess Gerritsen oder historische Schrottbücher zu, deren Titel mit „DIE“ beginnen.

    Wenn diese Leute überhaupt einen Teil ihres kargen Budgets für Bücher opfern, sollte uns das eigentlich freuen. Insofern sind diese pösen Seiten nur eine Werbung dafür,sich nicht jeden Abend von der Glotze das Hirn veröden zu lassen.
    Bei einem bin ich mir allerdings sicher. Egal wie viele Seiten von virtuellen Greiftrupps liquidiert werden, es wird nicht ein einziger Euro zusätzlich in den Kassen des Buchhandels landen.

    • Ulf-Jochen Froitzheim | 30. April 2013 um 22:35 | Antworten

      Habe ich etwas verpasst oder gibt es woanders keine Stadtbüchereien mehr? In unserer Kleinstadt existiert nicht nur eine, es wurde sogar vor zwei Jahren ein Neubau dafür hingestellt. Ich wohne wohl in einem ganz besonderen Örtchen.

  10. rechtsanwaltservice@gmx.de | 17. Januar 2013 um 12:05 | Antworten

    Spiegelbest ist das beste was der Welt je passieren konnte. Wenn die Buchverlage in einem letzten Aufbäumen vor dem Untertgang noch mal mit der Mistgabel um sich hauen, mag ihnen das unbenommen sein. Sollten sich aber vielleicht mal überlegen, daß alleine das Unwesen der in Ihrem Auftrag zu Multimillionären ohne Arbeit degenerierenden Abmahn-Kanzleien, entzieht dem Buchmarkt so viel Geld, daß dagegen das bisserl Filesharing – wodurch viele Autoren übrigens erst bekannt werden – eine zu vernachlässigenede Größe ist. Ein Filesharer ist eben – wie oft soll das eigentlich noch in Köpfe dieser Blödmanner hämmern? – keinesfalls gelichzusetzen mit einem verpassten Kunden. Eher ist das Gegenteil der Fall. Aber die zusehende Verarmung breiter Schichten ist eine Ursache!! Hätte Brockhaus sein Lexikon für 200 € anstatt 3000 verkauft hätten sie 10’000 mal mehr verkauft und damit einen dicken Gewinn eingefahren. Und würden die Verlage die eBooks für 2-5 € verkaufen – was der wahre Wert ist – dann würden sie wieder in Saft und Schmalz stehen!! Till

  11. Mit Recherche ist es bei Spiegelbest ja auch nicht so weit her. Spiegelbest verdreht gerne mal die Tatsachen, sodass es für ihn passt. Die meisten Einträge in seinem Blog waren weit ab von der Realität. Jemand, dem Recherche selbst ein Fremdwort ist, der sollte sich hier nicht so aufspielen.

    • Günther Krieger | 16. Januar 2013 um 20:24 | Antworten

      re EinAutor

      ist Ihre Realität die des wirklichen Lebens ??
      Ich glaube Nein!
      Das was hier verhandelt wird sind die Symptome eines Systemumbruchs.
      Hatten wir alles schon mal,

      wie ich gerade hörte ist HMV (His Masters Voice) pleite.
      Ein Umbruch, der den hier sich artikulierenden gerade bevorsteht!

  12. ‚Der Buchpirat finanziert seine Titel durch Spenden‘ – ist richtig; ‚er kassiere bei Filehostern Geld‘ – ist falsch:

    Wir gehen mit unserer Seite gerade weg von den Filehostern und deren Geld-für-Klick-Modellen. Dass wir – aus diesem Grund eben – einen eigenen Server betreiben, steht auch richtig im Text.

    Ansonsten stimmt alles. Ordentlich recherchiert und nicht mal pseudo-polemisch.

    • Auch die B*****.bz hat mein Buch sofort gelöscht. Das ist mir wichtig zu sagen, denn die Buchpiraten-Szene ist tief gespalten und verfeindet.

      Das größte deutsche Portal und seine Hintermänner steht für den ‚Pay‘ Warez, für all die Buchpiraten, die mit ihren Uploads Geld verdienen.

      Auf der anderen Seite steht der ‚Free‘ Warez – zu dem auch wir gehören – dem es mit eigenen Servern erstmalig gelungen ist, der Szene der kommerziellen One-Click-Hoster und Firstloads nennenswert ‚Markt’anteile abzujagen.

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