Geteilte Solidarität

Fast jeder zweite Mayersche-Mitarbeiter arbeitet seit dem Jahreswechsel freiwillig mehr. Obwohl die Geschäftsführung ihre Zielmarke verfehlte, sind die Arbeitsplätze in diesem Jahr sicher.
Rückblick: Ende 2012 hatte die Mayersche-Geschäftsführung ihre rund 800 Mitarbeiter um Mehrarbeit gebeten. Der Deal: Die Beschäftigten der 45 Standorte verlängern ihre Wochenarbeitszeit „freiwillig und widerruflich“ von 37,5 auf 40 Stunden bei Vollzeit ohne Lohnausgleich und verzichten auf die Spätöffnungszuschläge von 18.30 bis 19 Uhr. Im Gegenzug sollen in diesem Jahr keine Stellen abgebaut werden.
Inzwischen das Ergebnis der Mitarbeiterbefragung fest: Mit 46% hat zwar fast die Hälfte einer freiwilligen Mehrarbeit zugestimmt, allerdings wurde die Marke von 60%, die Mayersche-Chef Hartmut Falter ursprünglich für eine Umsetzung vorgegeben hatte, recht deutlich unterschritten. Dennoch habe „der Zuspruch vieler Mitarbeiter in zahlreichen persönlichen Gesprächen sowie die demonstrierte Solidarität“ die Geschäftsleitung dazu bewogen, eine Arbeitsplatzgarantie für 2013 auszusprechen, erklärt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Die Umstellung ist für die Mitarbeiter, die sich für eine freiwillige Mehrarbeit entschieden haben, zum 1. Januar erfolgt. 

Falter begründete den Schritt mit der mäßigen Geschäftsentwicklung in der Buchbranche, bersicherte aber: „Wir bleiben rentabel“. Das Familienunternehmen habe sich immer „vorausschauend den Marktentwicklungen gestellt“. 

aus: buchreport.express 2/2013

Kommentare

3 Kommentare zu "Geteilte Solidarität"

  1. Literaturfreund | 17. Januar 2013 um 11:54 | Antworten

    Wer bei der Mayerschen einen Betriebsrat gründen möchte, der dürfte sich ganz schnell ohne Job wiederfinden. Einen Betriebsrat braucht die Mayersche nicht, weil dort alles „freiwillig“ und „solidarisch“ passiert;-)

  2. Literaturfreund | 12. Januar 2013 um 11:56 | Antworten

    Die Mayersche scheint in immer schwierigeres Fahrwasser zu geraten.
    Expansion gestoppt, 2012 Rückbau begonnen, Köln-Schildergasse geschlossen, Leute verteilt und auch entlassen, Lohnverzicht „freiwillig“ bei 46 % „solidarischen“ Mitarbeitern erreicht, zahlreiche Wechsel in der Führungsetage, Weggang mehrerer Führungskräfte, Jobgarantie gerade mal für 12 ganze Monate ….
    Man darf gespannt sein, ob der Rückbau 2013 im selben Tempo wie 2012 weiter geht.

  3. disqus_p0RVfpql08 | 11. Januar 2013 um 20:16 | Antworten

    Über „Freiwilligkeit“ lässt sich streiten…. Ich drücke den Kolleg_innen die Daumen, dass sich der selbstlose Einsatz gelohnt hat und empfehle den Eintritt in die Gewerkschaft und die Wahl eines Betriebsrates…

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