Die Buchbranche ist ein großes Netzwerk, das von Kontakten lebt

Am 16. Januar tritt Jacks Thomas (Foto) als neue Messe-Direktorin der London Book Fair an. Warum die Buchmessen als Treffpunkte der Branche trotz der Digitalisierung nicht aussterben werden, erläutert sie im Interview mit buchreport.
Was sehen Sie als größte Herausforderung im neuen Job?
Kurzfristig, dass 2013 reibungslos über die Bühne geht. Mittelfristig sind es die gleichen Herausforderungen, vor denen weltweit alle Buchmessen stehen, nämlich die, eine Branche im besten Licht darzustellen, die sich im Eiltempo rund um das neue Kerngeschäft Digitalisierung wandelt und neu aufstellt. Grundsätzlich ist die London Book Fair in einer sehr guten Verfassung, bestens etabliert und wachsend. Das sind Pfunde, über die sich jeder Messechef freut.
Werden Buchmessen im digitalen Zeitalter nicht eher zum Auslauf­modell?
Ganz und gar nicht. Man muss doch nur zum Beispiel in Frankfurt und London durch die Gänge laufen, um zu sehen, wie wichtig die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht für alle Beteiligten ist.

Die Buchbranche ist wie ein großes Netzwerk, das von Kontakten lebt. Und die Buchmessen sind die Kontakthöfe für Menschen, die sonst nur per Mail miteinander kommunizieren. Hier tauschen sie sich persönlich aus, planen gemeinsame Projekte und tätigen natürlich auch Abschlüsse. In einer zunehmend digital bestimmten Welt ist diese Interaktion heute wichtiger denn je.

Als PR-Frau haben Sie viele Jahre sehr erfolgreich für die London Book Fair die Werbetrommel geschlagen. Hatten Sie jemals mit dem Gedanken gespielt, die Seiten zu wechseln?
Nicht ein einziges Mal. Für mich kam die Anfrage von Reed Exhibitions aus heiterem Himmel. Irgendwie passt es aber, dass dies während der Frankfurter Buchmesse war. Es geht eben nichts ohne Messen.
Mussten Sie lange überlegen?
Nein, obwohl es eine der schwersten Entscheidungen war, die ich je getroffen habe, denn bei Midas lasse ich ein Team zurück, mit dem ich lange sehr gut und erfolgreich zusammengearbeitet habe.
PR für eine Messe zu organisieren und diese Messe zu führen, sind zwei Paar Schuhe. Sind Sie aufgeregt?
Nicht mehr als bei jedem Jobwechsel. Es hilft natürlich, dass ich die London Book Fair und ihre Abläufe  bis ins Detail kenne, und was ich noch nicht weiß, werde ich sehr schnell lernen.
Mit Ihnen als neuer Frontfrau hat London eine von zwei Großbaustellen abgeräumt. Mit dem 2015 bevorstehenden Umzug haben Sie einen großen Brocken aber noch vor sich…
Ich sehe da kein unlösbares Problem, denn der Aufsichtsrat der London Book Fair ist an dem Thema natürlich dran. Die Nachricht vom bevorstehenden Abriss des Earls-Court-Geländes kam ja nicht ganz überraschend.
Die Fragen stellte Anja Sieg

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