Digitale Imprints wie vom Reißbrett

Rein digitale Ableger von traditionellen Print-Verlagen sind hierzulande extrem selten und im englischsprachigen Bereich zumindest noch exotisch. Umso erstaunlicher ist der Vorstoß von Random House in den USA.
Die Bertelsmann-Tochter startet drei rein digitale Imprints:
  • Alibi“ ist im Mystery- bzw. Thriller-Bereich angesiedelt.
  • Flirt“ richtet sich an junge Erwachsene.
  • Hydra“ deckt das Science-Fiction-Genre ab.
  • Außerdem soll das frühere Bantam-Imprint „Loveswept“, das in den 1980-ern für romantische Leserinnen konzipiert und 2011 von Random House als reines Digital-Programm wiederbelebt wurde, auf andere Themenbereiche wie Spannung und Fantasy ausgeweitet werden. 
  • Jedes Digitalimprint soll ein eigenes Lektorats-, Marketing und Presse-Team erhalten.

Der Zuschnitt der Imprints könnte aus einem aktuellen Lehrbuch zum E-Book-Markt stammen könnte – denn der Fokus liegt dezidiert auf den aktuell beliebtesten oder besonders zukunftsträchtigen Genres. Auf der BookExpo in New York wurde im Juni eine Erhebung der Marktfoscher von Bowker präsentiert, die die beliebtesten E-Book-Genres für den britischen Markt sondiert. Demnach haben Ende 2011 besonders Liebes- und Spannungsromane erheblich zugelegt, auf Platz 3 seinerzeit Romane für junge Erwachsene.

Hierzulande sind rein digitale Imprints von Buchverlagen rar. Zu den Ausnahmen gehören Edel:eBooks, der von Silvia Kuttner-Walser geleitete E-Book-Verlag von Edel (hier mehr), Neobooks von Droemer und „Digital First“, das Programm von Bastei Entertainment (Lübbe).

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