Monatspass

Berlusconi trennt sich von spanischer Tochter

Kurz nach Bekanntgabe der Allianz mit Penguin in der englischsprachigen Buchwelt stellt sich Random House in Spanien und Lateinamerika breiter auf: Die Bertelsmann-Tochter übernimmt die restlichen Anteile an Random House Mondadori und will das Geschäft in die von Bertelsmann und Pearson angekündigte gemeinsame Verlagsgruppe eingliedern.
Das 50-50-Joint Venture war 2001 von den beiden Verlagsgruppen Random House und Arnoldo Mondadori Editore gegründet worden. Der größte Buchverlag Italiens wird von der Familienholding von Silvio Berlusconi kontrolliert. Das Gemeinschaftsunternehmen verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 einen konsolidierten Umsatz in Höhe von 110,3 Mio Euro.

Die Transaktion, die noch von den spanischen Wettbewerbsbehörden abgesegnet werden muss, soll bis Jahresende abgeschlossen werden. Weitere Details zur Übernahme:

  • Der Verlagsname Random House Mondadori bleibt vorerst bestehen, heißt es in einer Pressemitteilung, soll aber zu einem späteren Zeitpunkt geändert werden, um die neue Eigentümerstruktur widerzuspiegeln; Mondadori bleibt als Marke bestehen.
  • Der bisherige Chef des Gemeinschaftsunternehmens Núria Cabutí bleibt Chief Executive Officer. 
  • Unangetastet bleiben sollen außerdem die lokalen organisatorischen Strukturen in Spanien, Argentinien, Mexiko, Kolumbien, Chile und Uruguay sowie die verlegerische Eigenständigkeit der jeweiligen Verlagsprogramme (u.a. Imprints wie Plaza & Janés, Grijalbo, Lumen, Mondadori, Debate, Sudamericana, Montena und Beascoa y Rosa dels vents).
  • Die Kooperation von RH Mondadori mit der US-Schwester Knopf Doubleday Group, die Mondadori-Titel in den Vereinigten Staaten unter dem Label Vintage Español herausbringt, bleibt bestehen.
  • Zu den Autoren von Random House Mondadori zählen spanischsprachige und internationale Autoren wie Ildefonso Falcones, Isabel Allende, John Grisham, Umberto Eco sowie die Nobelpreisträger Gabriel García Márquez, J.M. Coetzee, Orhan Pamuk, V.S. Naipaul und Doris Lessing.
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe begründet den Deal damit, dass man „vom kreativen und wirtschaftlichen Potenzial des Buchgeschäfts überzeugt“ sei und die Chance ergreifen wolle, die Position auf dem spanischen Buchmarkt und den Zugang zu den wachsenden spanischsprachigen Märkten Lateinamerikas deutlich zu verbessern. 
Random House- Chairman und CEO Markus Dohle kündigt an, dass Mondadori mit den „kreativen, finanziellen und technologischen Ressourcen“ ausgestattet werde, um als Verlagshaus zu wachsen und zu einem führenden E-Book-Verlag für spanischsprachige Literatur aufzusteigen. 

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