Gedrängel an die digitalen Tafel

Der Markt für digitale Bildungsangebote boomt. Nach einer Studie haben die deutschen E-Learning-Dienstleister im vergangenen Jahr rund 22% mehr Umsatz erzielt als im Vorjahr. Allmählich mischen auch Firmen mit Ursprung im klassischen Präsenz-Bildungsgeschäft oben mit.
Das Essener MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung kommt in seinem aktuellen „Branchenmonitor“ zu dem Ergebnis, dass an der Spitze der umsatzstärksten „Inhalte-Anbieter“ erstmals zwei Unternehmen stehen, die ihre Wurzeln im klassischen Präsenz-Bildungsgeschäft haben, darunter Comcave aus Dortmund und die Freiburger Verlagsgruppe Haufe. „Hier deutet sich möglicherweise ein Trend an, der für die etablierten E-Learning-Dienstleister durchaus eine Herausforderung darstellen kann.“   
Im Gesamt-Ranking der umsatzstärksten deutschen E-Learning-Unternehmen zeichnet sich der Wandel ebenfalls ab. 
  • Zwar gibt es einerseits eine große Kontinuität: So sind in den „Top 10“ mit zwei Ausnahmen dieselben Firmen vertreten wie im Vorjahr. 
  • An der Spitze rangieren die Dortmunder Comcave AG (Umsatz 15,3 Mio Euro), gefolgt vom Spitzenreiter des Vorjahres, Bassier, Bergmann & Kindler (12,8 Mio Euro) und dem Full-Service-Anbieter IMC Information Multimedia Communication (9,5 Mio Euro).
  • Auf Platz 5 rangiert jedoch schon die Verlagsgruppe Haufe, die erstmals in der Studie berücksichtigt wird. Sie hat laut MMB einen E-Learning-Umsatz in Höhe von 6,4 Mio Euro erwirtschaftet.
Die geschätzt 250 Unternehmen der deutschen E-Learning-Branche hätten 2011 hochgerechnet knapp 509 Mio Euro E-Learning-Umsatz erwirtschaftet, so das MMB-Institut. Nach zwei Jahren mit zurückhaltendem Wachstum von jeweils rund 5% hätten die Dienstleister für digitales Lernen damit ein Rekordergebnis erzielt.
Unter den einzelnen E-Learning-Geschäftsfeldern machten die „Erstellung von digitalen Lerninhalten“ (Umsatzanteil mit 35% nahezu konstant geblieben) sowie „Verkauf bzw. Vermietung von Tools für E-Learning und Wissensmanagement“ (stark rückläufiger Umsatzanteil, bei nur noch 22%) die größten Umsatzanteile aus. Die Tätigkeitsfelder „Anbieten von digitalen Lerninhalten und E-Learning-Kursen“ sowie „Beratungsdienstleistungen“ verzeichneten einen zum Teil deutlichen Anstieg bei ihren Marktanteilen. 
Die vollständigen Ergebnisse der Markterhebungen können hier kostenlos heruntergeladen werden.

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