Copyright soll Autoren helfen, nicht Verlagen

Der Harvard-Professor Lawrence Lessig (Foto) kritisiert den von Verlagen geführten „Krieg gegen die Raubkopie“. Das Urheberrecht müsse im Interesse der Autoren dringend reformiert werden. Ob die Verlage am Ende weniger Geld verdienten, sei sekundär.
In einem Interview mit der „Zeit“ erklärt der Professor für Recht und Gründer der alternativen Urheberrechtsinitiative Creative Commons, dass Copyrights einst erfunden worden seien, um Autoren zu schützen. Die würden jedoch von diesen Regeln inzwischen am wenigsten profitieren, weshalb es höchste Zeit sei, die Architektur des Urheberrechts zu überdenken. Richtlinie sei dabei, ein „Marktversagen im Sinne der Autoren zu verhindern – und nicht im Sinne der Verleger.“ 
Qualitätssicherung auch ohne Verlage möglich

Verlage könnten durch die Veränderung der Urheberrechtsmodelle am Ende weniger Geld verdienen. „Aber das heißt doch nicht, dass das Modell versagt, solange es genug für Künstler und Autoren bringt.“ Verlage seien zu Agenten der Autoren geworden, die eine gewisse Qualität sicherstellten. „Aber dafür brauchen wir Verleger nicht mehr. Wir können Qualität heute anhand anderer Kriterien finden, indem wir beispielsweise im Ranking von Amazon oder Google sehen, was anderen gefiel, indem wir anhand von Zitierungen sehen, was andere genutzt haben – und so die besten Werke finden.“

Der Kampf von vielen Verbänden und Politikern gegen Raubkopierer sei gefährlich und kontraproduktiv und führe nur dazu, dass das Recht weiter erodiere und niemand es mehr achte. Statt immer neue Waffen aufzufahren, sei es Zeit, einen Frieden mit den Gegnern zu verhandeln. Konkret: Private Kopien, die nicht einem klaren Geschäftsinteresse gelten, will Lessig freigeben. Künstler und Nutzer hätten nichts von den Verboten, profitieren würden von dem Krieg allein die Anwälte.

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