Von Tech bis Teddy

Thalia baut in den kommenden Monaten die Non-Book-Sortimente massiv aus, bis hin zu Reisen und Computern. Im E-Book-Bereich will Thalia mit zwei neuen Readern wieder an frühere Marktanteile anknüpfen. Oberstes Ziel: bis spätestens 2015 wieder Gewinne erwirtschaften.
Thalia-Chef Michael Busch (Foto) zog im Rahmen eines Pressegesprächs eine Zwischenbilanz zu der vor sechs Monaten eingefädelten Restrukturierung. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis liege Thalia über den (internen) Planungen. Weiterhin gelte die im Frühjahr kommunizierte Vorgabe, dass etwa 15 Filialen geschlossen werden sollen – die Informationen von buchreport, dass bis zu 50 Standorte zur Disposition stehen, seien falsch. Zeitplan von Busch: Spätestens bis zum Geschäftsjahr 2014/2015 soll der Filialist wieder profitabel sein. 
Auf dem Weg dorthin setzt Busch besonders auf Non-Books, deren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr zweistellig gewachsen sei. Perspektivisch peilt Thalia mit Non-Books  einen Umsatzanteil in Höhe von 30% an. 
Die Expansionsschritte und Testballons abseits des klasssichen Bücher-Geschäfts im Einzelnen: 
  • Bis Mitte November sollen in 140 Filialen Spielwaren-Sortimente eingerichtet werden, so Busch. Darunter sind 40 Läden mit großen Spielwarenabteilungen. Testweise sollen ergänzend dazu „Build a Bear“-Flächen eingerichtet werden, auf denen Kunden ihre eigenen Teddybären basteln können.
  • Auch bei DVDs und Musik will der stationäre Marktführer anbauen: Bei Filmen verzeichne Thalia zweistellige Zuwachsraten, man liege unter den Top-10 der stationären DVD-Anbieter in Deutschland.
  • Bis Weihnachten sollen in über 100 Filialen Regale mit Musik-CDs aufgebaut werden. 
  • In Österreich testet Thalia außerdem eine Kooperation mit dem Computeranbieter DiTEch (dessen Kunden ihre Geräte vor Ort konfigurieren können) sowie mit STA Travel, einem Anbieter von hochwertigen Reisen. Die Reisebüros sollen in die Reisebuchabteilungen integriert werden.
Im digitalen Bereich baut Thalia einerseits das Reader-Portfolio aus: 
  • Im Einstiegssegment wird ab Mitte Oktober in den deutschen, Schweizer und österreichischen Filialen der Reader Trekstor 4ink (59,99 Euro) angeboten. 
  • Im oberen Segment soll Mitte November der Bookeen Touch II eingeführt werden (Preis noch nicht bekannt). Damit sei Thalia, so Busch, auf „Reiseflughöhe mit Amazon und Kobo“ unterwegs. Das im Mai 2012 gestartete Vorläufermodell des Bookeen II sei seit September ausverkauft, was den Erfolg des Geräts zeige.  
Andererseits plant der Hagener Filialist, mit Hilfe der Berliner Tochter textunes bis Weihnachten eine cloudfähige E-Book-Lösung auf den Markt zu bringen. 
Zielvorgabe der digitalen Neuerungen: Den durch den Oyo2 auf 15% abgesunkenen Anteil am gesamten E-Book-Markt auf (wieder) über 20% auszubauen.

Kommentare

4 Kommentare zu "Von Tech bis Teddy"

  1. thalia ist wohl nicht mehr als buchhandlung zu bezeichnen. eher ein gemischtwarenladen mit ein paar büchern wie libro in österreich

  2. Georg Friedrich | 11. Oktober 2012 um 16:14 | Antworten

    Guter Tag für Amazon und unabhängige Buchhandlungen.
    Warum geht man noch in Buchhandel? Für viele spielt das Schmöckern und die besondere Atmosphäre eine Rolle.
    Nur ja neben den Kuschelvampiren, den unendlichen Biografien- von Bettina bis Kachelmann und Shades of Grey bleibt nicht so viel zum Schmöckern.
    Vor allem wenn der Laden zu einem Basar verkommt- billig DVDs, Musik, Spielzeugen. Und natürlich Tee, Kerzen, Schlüssenanhänger usw., ists mit der Buchhandelatmospäre sowieso vorbei.

    Da wird halt öfters auf den Amazon Bestellknopf gedrückt, aber auch der unabhängige Buchhandel besucht.

    Wenigstens wacht Thalia beim eBook Geschäft aus. Mit beiden Oyos hat man fast absichtlich den Markt verspielt und nach dem es dank Amazon doch klappt, will man ein Stück vom Kuchen abbekommen.

    Aber wer weiß- vielleicht kann Thalia vom Buchhandel Richtung Krimskrams Laden abdriften und das Geschäft bessert sich.

  3. Der Grüttefiener | 11. Oktober 2012 um 8:26 | Antworten

    Also was die geplanten ca. 50 Schließungen anbelangt, könnte ein Papier für den Herrn B. durchaus unangenehm werden. Er weiß offensichtlich nicht
    was “ Dr. Leichtfriediger“ -weise schon weitergegeben wurde. Sollte Buchreport mal in Verlegenheit kommen, da kann ausgeholfen werden.
    Nun ist aber neben weiteren Schließungen im Westen ja erstmal der Osten dran, dass interessiert hier keinen und geht dort sicher demutsvoller über die Bühne.
    Das Konzept vom Reisebüro bis zum Teddy-Basteln wird die Konkurrenz erfreuen, und auch Thalia profitiert: weniger Kunden erfordern weniger Personal………
    Also bleibt mehr hängen für weitere Zukunftsstrategien in Hagen,

  4. Dieser Flickenteppich an Maßnahmen zeugt eher von einem ahnungslosen Aktionismus, als von einem innovativen Sanierungsplan.

    Was bleibt denn unterm Strich? Gerade mal 15 Filialen dicht gemacht, den Buchbereich weiter geschwächt und ein paar neue Reader ins Sortiment genommen. Auf die Pocket-Shop-Expansion mit zwei bis drei Filialen in Kioskgröße sowie auf die geplanten textunes-Spielereien sei hier aufgrund ihrer nichtigen Bedeutung für den Fortbestand von Thalia gar nicht erst eingegangen. Und das mit dem Bärenbasteln kann nicht ernst gemeint sein.

    Fakt ist doch:
    Stationärer Bereich = Flop, Online-Bereich = Flop, eReading = Flop, Markenimage = Flop.

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