Deutliche Nutzungssteigerung

Angesichts der schrumpfenden Budgets wird es für Bibliotheken immer schwieriger, ihren Nutzern bis in die thematischen Nischen hinein entsprechende Angebote machen zu können. Ein in Nordamerika entwickeltes Modell, bei dem eine Bibliothek nur bei Kunden-Bedarf ein Buch leiht oder kauft, stößt hierzulande auf positive Resonanz, wie De Gruyter nach einem Praxistest berichtet. 
„Patron Driven Acquisition“ (PDA, Kundengesteuerter Erwerb) heißt der Ansatz, bei dem eine Bibliothek eine Vielzahl von Titeln in den Katalog aufnehmen kann, ohne zusätzliche Gebühren entrichten zu müssen. Kosten entstehen nur, wenn ein Kunde, der Patron, ein entsprechendes Buch ausleihen möchte. In diesem Fall kann die Bibliothek das Buch leihen oder, bei entsprechender Nachfrage, kaufen. 
De Gruyter hat dieses Modell mit den Bibliotheken des Forschungszentrums Jülich, der Fernuniversität Hagen und der Universität Mannheim getestet (ebenso wie Lehmanns Media).
Fazit: Die Öffnung aller Inhalte (450.000 Zeitschriften- und Buch-Dokumente, über 15 Mio Datenbankeneinträge) habe bei zwei der drei Institutionen zu einer deutlichen Nutzungssteigerung geführt, und zwar besonders bei der E-Book-Nutzung. Nur an der Universität Mannheim sei der Wert aufgrund eines sehr starken Vorjahres gesunken. Katrin Siems, Vice President Marketing & Sales bei De Gruyter: „PDA ist eine hervorragende Möglichkeit, wissenschaftliche Inhalte für Forschungseinrichtungen besonders wirtschaftlich zur Verfügung zu stellen.“

Auf Basis der Testergebnisse entwickelte De Gruyter ein PDA-Geschäftsmodell, mit acht wesentlichen Kriterien:
  1. Unbegrenzter Zugang für alle Patrons zu allen Inhalten während des Nutzungszeitraums, kein moderiertes PDA (bei der die Bibliothek die Entscheidung behält, ob Inhalte gekauft werden).
  2. Es besteht keine Abhängigkeit des Modells von den bisherigen Ausgaben der Bibliothek.
  3. Eine maximale Ausgabengrenze begrenzt das Kostenrisiko für die Bibliothek.
  4. Eine minimale Ausgabengrenze begrenzt das Erlösrisiko für den Verlag.
  5. Bibliotheken können im Erwerb zwischen Produkttypen und Disziplinen (STM/Social Sciences & Humanities) differenzieren.
  6. Bibliotheken können ihre PDA-Gebühren in dauerhafte Eigentumsrechte umwandeln.
  7. Der Bibliothekar bleibt in die Erwerbung involviert.
  8. Bibliotheken zahlen im PDA nicht für bereits früher erworbene Inhalte.

Mehr zum Thema in einem White Paper (PDF) von De Gruyter

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