Alle an einem Tisch

Vor wenigen Tagen ist in den USA die E-Book-Plattform Zola online gegangen. Anders als herkömmliche Shops für digitale Bücher sollen sich auch Verlage, Buchhändler und Autoren direkt auf Zola einbringen können.

Zola versteht sich sowohl als Plattform zum Verkauf von E-Books als auch zum Empfehlen und Diskutieren der digitalen Bücher. Dies soll durch die Verknüpfung von Verlegern, Autoren, Buchhändlern und Lesern in einem Netzwerk gelingen.

Nach der Eigenwerbung von Zola-CEO Joe Regal ist die Plattform „das beste Ökosystem für jeden E-Book-Händler“. Nach Finanzierung und Testphase (ab September 2011) ist das Start-Up seit wenigen Tagen für alle Nutzer zugänglich – aktuell ist die Community schon offen, in Kürze soll auch der Shop starten. Das Angebot im Überblick:

  • Auf der Plattform sollen den Nutzern die E-Books über Algorithmen, vor allem aber über individuell gewählte Kontakte empfohlen werden.
  • Neben unabhängigen Buchhändlern bieten auch die großen Verlage ihr Portfolio auf Zola an.
  • Laut Zola sind die 40 größten US-Verlage bei dem Projekt dabei, über 334.000 Titel seien im Angebot.
  • Verleger und Buchhändler erhalten die Möglichkeit, eigene „Schaufenster“ mit individuellen Inhalten aufzubauen.
  • Buchhändler sollen bei jedem Verkauf 60% des Nettoerlöses erhalten.
  • Autoren und sonstige Leser können wie Buchhändler Titel empfehlen, Literaturlisten verwalten, Kritiken schreiben, bloggen und soziale Netzwerke aufbauen. Leser können so beispielsweise den Leseempfehlungen ihrer Lieblingsautoren folgen oder ihren Freunden mitteilen, was sie gerade lesen. Autoren erhalten die Möglichkeit in direkten Kontakt mit ihrer Leserschaft zu treten.
  • E-Books, die über Zola gekauft werden, sollen über eine eigene App („Zola Social Reader“) zu lesen sein. Mit dem Social Reader können Textpassagen hervorgehoben, kommentiert und für Zola-Freunde und -Follower, die den gleichen Titel lesen, sichtbar gemacht werden.
  • Über den Zola Social Reader sollen die Verleger zudem Informationen über die Leser erhalten können.

Interessant an Zola ist auch die Finanzierung. Bislang  hat Zola nach eigenen Angaben über 1,3 Mio Dollar eingeworben, unter den Investoren sind prominente Autore wie Audrey Niffenegger und Josh Bazell.

Bislang bleibt das Projekt dem englischen Sprachraum vorbehalten. CEO Regal plant für Anfang 2013 die Expansion in weitere englischsprachige Länder und Märkte.

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