Geht Random House an die Börse?

Im Nachgang zum Treffen der Bertelsmann-Führungskräfte (hier die wesentlichen Ergebnisse) verdichten sich die Spekulationen über Zukäufe und Allianzen im Verlagsbereich. Demnach könnte Gütersloh schon bald im Fachverlagsbereich ein Angebot für Springer Science and Business Media auf den Tisch legen. Bei Random House sucht Konzernchef Thomas Rabe offenbar nach Partnern – um die Publikumssparte dann gemeinsam an die Börse zu führen? 
Nach einem Artikel der britischen „Financial Times“ will Rabe zwischen 2015 und 2020 neben den bisherigen Säulen (RTL Group, Random House, Gruner + Jahr und Arvato) drei neue Geschäftseinheiten aufbauen:
  • BMG Music Rights (aktuelle ein Joint Venture mit KKR)
  • eine Bildungs-Sparte (die derzeit noch im Anfangsstadium ist) und
  • eine neue „business information or scientific publishing unit”.
Die letztgenannte Sparte könnte auf den Fundamenten von Springer SBM aufgebaut werden, jenes Wissenschaftsverlags, den Bertelsmann 2003 unter der Regie von Gunter Thielen an die Private-Equity-Firmen Cinven und Candover verkaufte. Aktuell wird Springer SBM vom schwedische Finanzinvestor EQT sowie GIC, Investor aus Singapur, kontrolliert. Laut „Financial Times“ wird der Wert des Verlagskonzerns auf 4 Mrd Euro taxiert. 
Ein Angebot an die Investoren, so die „FT“, könnte schon bald erfolgen – „Es gibt in diesem Feld eine ganze Reihe Unternehmen, die uns interessieren“, weicht Rabe auf Nachfrage der „FAZ“ aus.
Random House: offen für Partner – und einen Börsengang?

Neue Perspektiven sucht Bertelsmann offenbar nicht nur mit Blick auf Fachverlage, sondern auch für die konzerneigenen Publikumsverlage. Nachdem das „Manager Magazin“ im August berichtet hatte, dass Random House möglicherweise mit dem Verlagsriesen Penguin Books zusammengelegt werden solle, zeigt sich Rabe in der „FAZ“ aktuell „generell offen für eine Konsolidierung, aber nur unter unserer Führung“. Zu möglichen Partnern äußere er sich nicht.

Warum Allianzen selbst beim Weltmarktführer unter den Publikumsverlagen Sinn machen, hatte buchreport.express (Ausgabe 35/2012, hier zu bestellen) ausführlich analysiert:

  • Mit Blick auf die Random-House-Zahlen von 2001 bis 2011 wird deutlich, dass die Verlagsgruppe zwar bei der Umsatzrendite zuletzt deutlich zulegen konnten und sich auch die Bestseller-Bilanzen sowohl in den USA als auch hierzulande im Jahresvergleich sehen lassen können. 
  • Aber: Bei den Erlösen kamen die Buchverlage in den vergangenen Jahren kaum vom Fleck (was sich in diesem Jahr durch den Erfolg von „Fifty Shades“ allerdings ändern wird). 
  • Besonders kritisch: Bei den Investitionen hat Random House zuletzt nur kleine Brötchen backen können: Die 28 Mio Euro im Jahr 2011 liegen weit unter dem eigenen Investitions-Niveau von 2003 (75 Mio Euro) oder 2006 (85 Mio Euro) – der Jahre vor der digitalen E-Book-Revolution, die eher steigende Investitionserfordernisse mit sich bringt. 
Vor dem Hintergrund des teuren Wachstumskurses von Rabe („Wir haben ein Wachstumsproblem“, so Rabe im Video-Interview) verweist die „Financial Times“ auf ein weiteres Planspiel von Gütersloh: Die Milliarden, mit denen der Konzernchef die Pläne umsetzen will, könnten künftig sowohl auf Konzern- als auch Sparten-Ebene aufgenommen werden – sogar Börsengänge einzelner Geschäftseinheiten seien denkbar, zitieren die Briten den Konzernchef. Unternehmen wie Random House seien „pure player“, die auf den Finanzmärkten als attraktiver gelten würden als Firmen-Konglomerate. 

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