E-Book-Boykott abgebrochen

Er hatte es gut gemeint, doch verlor die Wünsche seiner Leser aus dem Auge: Damit „alle am Verkauf teilhaben können“ wollte der Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen (Foto) die digitale Version seines Thrillers „Verachtung“ (dtv) erst sechs Monate nach der Print-Ausgabe veröffentlichen. Die E-Book-Nutzer protestierten so heftig, dass der Autor jetzt nachgegeben hat.
Die Vorgeschichte: Am 24. August ist der Thriller „Verachtung“ von Jussi-Adler Olsen in gedruckter Fassung im Handel erschienen. Die E-Book-Ausgabe sollte – auf Wunsch des Autors – erst ein halbes Jahr später folgen. Adler-Olsen „möchte, dass Buchhändler, Drucker und alle, die am Verkauf des gedruckten Buches teilhaben, am Erfolg auch ökonomisch partizipieren“, hieß es zur Begründung von dtv. 
Daraufhin ging eine Flut an Protestbriefen beim Autor und Verlag ein. Die Kritik: „Wer moderne Leser, die bereit sind, für ein E-Book auch zu bezahlen, auf später verprellt – der muss sich nicht wundern, wenn er Raubkopierer regelrecht anstachelt“, kommentiert Blogger und Journalist Heiko Weckbrodt den Fall. 
Das Ergebnis: Um „dem großen Druck der Leser nachzugeben und um Raubkopien vorzubeugen“, hat der Autor sich jetzt entschieden, die E-Book-Veröffentlichung vorzuziehen. Ab sofort sei der Titel auch als E-Book erhältlich, heißt es vom Verlag. Künftige Titel von Jussi-Adler Olsen sollen zeitgleich als E-Book und gedrucktes Buch erscheinen.

Kommentare

3 Kommentare zu "E-Book-Boykott abgebrochen"

  1. Schon erstaunlich finde ich ist, dass der Verlag von jetzt auf gleich den ‚imensen‘ Aufwand stemmen kann um eine eBook-Ausgabe quasi aus dem Nichts hervor zu zaubern. Wenn es stimmt, was Verlage den Kunden da immer zu vermitteln versuchen und es sehr aufwendig ist eine Ausgabe als eBook zu erstellen (was dann die schienbar überzogenen Preise rechtfertigt), dann kann man so ein Projekt eben nicht mal eben 6 Monate vorziehen.
    Sehr viel wahrseinlicher kommt für mich hier heraus, dass das TB-PDF doch einfach in einen guten Konvertierer gestopft wird und danach ein bis max. zwei Manntage Nacharbeit ein tolles eBook hervorbringen. Und das ist alles andere als ‚aufwendig‘.

  2. Na endlich sieht der autor ein das man sich nicht gegen den fortschritt
    Stellt.

  3. Nee, das ist irgendwie nicht fair dem Scanner gegenüber – ist ja Arbeit sowas!!

    Auch die Leser werden enttäuscht sein: Jetzt haben alle den Scan für lau gezogen und hätten es KAUFEN können!! So kann’s gehen, wenn man nicht warten kann …

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