Auf vielen Wegen unterwegs

Die Zahl der Internetnutzer in Deutschland ist weiter gestiegen. 53,4 Mio und damit gut drei Viertel (75,9%) der Menschen ab 14 Jahren waren im Frühjahr 2012 zumindest gelegentlich im Netz, so das Ergebnis der ARD/ZDF-Online-Studie, die seit 1997 erhoben wird. Das Wachstum um 1,7 Mio (+4%) gegenüber 2011 geht fast vollständig von den über 50-Jährigen aus; die jüngeren Altersgruppen sind bereits nahezu geschlossen online anzutreffen. Unter den 14- bis 19-Jährigen nutzen nach eigenen Angaben 100% das Internet, bei den 20- bis 39-Jährigen sind es 98%, die 40- bis 49-Jährigen sind laut Studie zu knapp 90% online.

Die Deutschen surfen nach eigener Einschätzung allerdings mit 133 Minuten täglich nicht länger im Netz als in den Vorjahren, sie greifen aber zunehmend auch von unterwegs auf das Internet zu. 23% der Online-Nutzer surfen mittlerweile mobil, ihre Zahl hat sich damit in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt. Die mobile Nutzung ist ausgeprägt bei den 14- bis 19-Jährigen (46%) und den 20- bis 29-Jährigen (40%), während von den über 50-Jährigen nur jeder Zehnte auch unterwegs ins Internet geht.

Die zunehmende Verbreitung von portablen Geräten führt zu einer Steigerung der parallelen Nutzung. In immer mehr Haushalten werde während des Fernsehens im Internet gesurft. Vor allem die Tablet-PCs sind handliche Multifunktionsgeräte, die zunehmend als sogenannter Second Screen zum Einsatz kommen.
Viele sind nur Randnutzer mit Postfach
Im Detail zeigt sich, dass die tatsächliche Nutzung weit auseinandergeht, weshalb die Studie die „Euphorie über die Zuwachsraten“ dämpft: 
  • 43% aller deutschen Internetnutzer gehören entweder der Gruppe der Randnutzer (25%) oder der Selektivnutzer (18%) an, die das Internet noch nicht in ihren Medienalltag integriert haben und nur wenige bekannte Angebote und Funktionen nutzen (zur Nutzertypologie s. Grafik).
  • Auf eine in großen Teilen zurückhaltende Nutzung deuten auch detailliertere Befragungen hin: 64% der deutschen Internetnutzer stimmten der Aussage zu, das Internet sei ein Instrument, „das ich nur ab und zu für die eine oder andere Information brauche,“ und jeder Dritte gibt an, dass im Internet nur der Empfang und der Versand von E-Mails wichtig sei.
„Generation Netz“ ist eher passiv und konsumiert
Die Gegengruppe bilden die „Digital Natives“, die unter 30- bzw. unter 35-Jährigen der „Generation Netz“, für die das Internet zentraler Bestandteil ihres Alltags ist. Aber auch hier relativiert die ARD/ZDF-Online-Studie mit eigenen und den Befunden anderer Untersuchungen:
  • Für die wenigsten Jugendlichen sei das Internet ein Mitmach-Web, in dem sie die meiste Zeit mit dem aktiven Einstellen von Content verbringen.
  • Der ausgiebigste Austausch in Communities auf den sozialen Netzwerken würde vor allem genutzt, um private Kontakte zu pflegen.
  • Erkennbar sei eine eher „passiv-konsumierende“ als aktiv-gestaltende Haltung gegenüber dem Netz: Nur 4% der jungen Nutzer bloggen, 3% twittert.

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