Random House wächst mit Shades

„Insgesamt positiv“ hat der Bertelsmann-Konzern das erste Halbjahr 2012 unter seinem neuen Chef Thomas Rabe abgeschlossen. Markus Dohle (Foto), Chef der Buchsparte Random House, feiert einen „spektakulären verlegerischen Erfolg“.

Dank zugkräftiger Bestseller und weiter steigender E-Book-Verkäufe verbucht die Publikumsverlagsgruppe Random House „Rekordwerte“ sowohl beim Umsatz und beim operativen Ergebnis. Auch Währungseffekte (bei der Umrechnung der überwiegend in Dollar und Pfund getätigten Geschäfte gegenüber dem schwachen Euro) trugen zur Entwicklung bei. Die Halbjahreszahlen im Detail: 

  • In den ersten sechs Monaten des Jahres steigerte Random House seinen weltweiten Umsatz von 787 Mio Euro (1. Halbjahr 2011) auf 947 Mio Euro. 
  • Der operative Gewinn (Operating EBIT) erhöhte sich auf 113 Mio Euro, von 69 Mio Euro im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres. 
  • Als „spektakulärer verlegerischer Erfolg“ wird die Erotiktrilogie „Fifty Shades“ von E.L. James gefeiert. Die englischsprachigen Random-House-Verlage verkauften zwischen März und Juni weltweit mehr als 30 Mio Exemplare. 
  • Bestsellerbilanz: Auf den Bestsellerlisten der „New York Times“ platzierte Random House USA im ersten Halbjahr des Jahres 155 Titel. In Großbritannien kamen 22% aller Titel auf den Bestsellerlisten der Sunday Times der britischen Random House Gruppe.
  • Wie sich die deutsche Buchsparte entwickelte, wird nicht näher ausgeführt. Im Bericht heißt es lediglich, dass Random House Deutschland „seine Marktführerschaft weiter ausbaute“. Im vergangenen Jahr haben die deutschen Random House-Verlage nach buchreport-Informationen 318 Mio Euro umgesetzt, das sind 1 Mio oder 0,3% weniger als im Vorjahr (hier nachzulesen). 
  • Insgesamt bieten die Verlage inzwischen 42.000 Titel als E-Book an, die digitalen Verlagsangebote wurden „signifikant erweitert“. 
Auch die übrigen Sparten von Bertelsmann entwickelten sich positiv. Die konzernweiten Halbjahreszahlen: 
  • Der Konzernumsatz stieg um 5% auf 7,6 Mrd Euro. Zu dem Umsatzplus trugen laut Bertelsmann alle Unternehmesbereiche bei.
  • Operativ ging der Gewinn zwar leicht auf 731 Mio Euro zurück (Vorjahr: 739 Mio Euro), unter dem Strich verbesserte sich das Ergebnis aber um 31% auf 353 Mio Euro.
  • Neben dem operativen Rekordergebnis von Random House haben dazu laut Bertelsmann auch geringere Belastungen durch Sondereinflüsse und der Wegfall negativer Ergebnisbeiträge aus nicht fortgeführten Aktivitäten beigetragen.
Wie berichtet, will Bertelsmann-Chef Thomas Rabe den Konzern nach jahrelangen Sparrunden wieder auf Wachstumskurs bringen. Dies will er über vier strategische Stoßrichtungen erreichen: Die Stärkung der Kerngeschäfte, die digitale Transformation, den Auf- und Ausbau von Wachstumsplattformen und die die Expansion in Wachstumsregionen, insbesondere Asien und Südamerika. 
Für das laufende Jahr rechnet Rabe „mit einem moderaten Umsatzwachstum, einem weiterhin hohen Operating EBIT und einem im Vergleich zum Vorjahr höheren Konzernergebnis“. Die weitere Entwicklung sei aber durch die gedämpften Konjunktur-Aussichten und die nur schwer abzuschätzenden Auswirkungen der Euro-Krise derzeit schwer prognostizierbar (hier ein von Bertelsmann produziertes Video-Statement von Thomas Rabe zu den Halbjahreszahlen).
Schon vor der Verkündung der Halbjahreszahlen hatte Bertelsmann hierzulande die Schlagzeilen geprägt: Das „Manager Magazin“ hatte vergangene Woche berichtet, dass Bertelsmann-CEO Thomas Rabe die Eigentumsverhältnisse des weltweit agierenden Konzerns neu sortieren will. Demnach plant die Buchsparte Random House Möglichkeiten einer Zusammenlegung mit dem Verlagsriesen Penguin Books. Auch Harper Collins sei eine Option (hier mehr). 
Warum Random House Partner für den neu abgesteckten Buchmarkt gebrauchen könnte, ist im aktuellen buchreport.express 35/2012 nachzulesen (hier zu bestellen). 

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