Lucy Mindnich: Augen auf bei der Partnerwahl

Lucy Mindnich: Augen auf bei der Partnerwahl

Wer mit McDonald’s Geschäfte macht, wird nicht nur Applaus ernten. Viel zu häufig steht die Fastfoodkette wegen Unterdrückung seiner Lieferanten und dickmachender Produkte in den Schlagzeilen. Dennoch ist Mc Donald’s für Verlage ein guter Partner im Sinne der Leseförderung.

Ab Ende August findet jedes Kind in seiner „Happy-Meal“-Tüte ein Buch. Die Inhalte stammen von den Verlagen Carlsen, cbj, Dorling Kindersley, Kosmos, Loewe oder Tessloff. Die breite Bühne der weltweit agierenden Fastfoodkette dürfte (neben der Vergütung) für sie das ausschlaggebende Argument gewesen sein, ihre Bücher im Kindermenü von Mc Donald’s zu verteilen. Mit im Boot ist auch die Stiftung Lesen, die auf Buchcovern, Verpackungen, Plakaten und Tisch-Sets auf die Notwendigkeit der Sprach- und Leseförderung hinweist (hier mehr).

In Großbritannien verteilten die Verlage bereits im vergangenen Jahr ihre Bücher bei Mc Donald’s. Und ernteten harsche Kritik: „In einer Zeit, in der wir eine Adipositas-Epidemie bei Kindern haben, ist dies eine unangemessene Marketing-Strategie“, monierte Charlie Powell, Direktor einer Kampagne für gesunde Kinderernährung, die Verbindung von Kinderbüchern und Fritten.

Eine schlechte Partnerwahl also? Keinesfalls. Mal ganz optimistisch: Mit viel Glück springt der Funke der Lesebegeisterung aus der McDonald’s-Tüte auch auf Kinder über, die mit Büchern bisher nichts anzufangen wussten. Das allein macht aus ihnen noch keine kritischen, mündigen Bürger – ist aber ein erster Schritt in die richtige Richtung. Am Ende stehen sie der Fastfoodkette dank freudiger Lektüre von Texten, Artikeln und Büchern vielleicht so kritisch gegenüber, wie es sich die Ernährungsberater wünschen. Dann hätte nicht nur die Branche gewonnen.

Lucy Mindnich ist Redakteurin bei buchreport.

Kommentare

1 Kommentar zu "Lucy Mindnich: Augen auf bei der Partnerwahl"

  1. Ich denke auch, dass für Manche eher das positive Image von McDonalds auf die Bücher abstrahlt als umgekehrt. Auch wenn das viele „Bildungsbürger“ nicht wahr haben wollen.
    Ich finde das Angebot von McDonalds positiv und auch „mutig“, denn normalerweise sollen die Spielsachen zum Fastfoodbesuch verführen und ob das ein Buch ebenso leistet wie ein knatschbuntes Spielzeug, wage ich zu bezweifeln.

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