Duden-Mitarbeiter kämpfen um Mannheim

Der Streit um die Standortverlagerung des Duden-Verlags geht weiter: Zwar hat das Mannheimer Arbeitsgericht am Freitag alle Anträge des Betriebsrats abgelehnt. Doch die Arbeitnehmervertreter des Bibliografischen Instituts geben sich weiterhin kämpferisch.

Wie berichtet, hat der Betriebsrat am Freitag versucht, die angekündigte Umstrukturierung des Bibliographischen Instituts durch die Bildungsgruppe Franz Cornelsen gerichtlich stoppen zu lassen. Mit einer einstweiligen Verfügung wollten die Arbeitnehmervertreter erreichen, dass keine kurzfristigen Kündigungen ausgesprochen werden dürfen. Sie haben sich dabei auf eine Zusage des Verlagsvorstandes von 2009 berufen. Damals hatte der Vorstand versprochen, die Duden-Redaktion mindestens bis 2015 in Mannheim zu erhalten. 

Das Gericht hat jedoch alle Anträge des Betriebsrats abgelehnt. Nach Ansicht der Richterin gingen die Anträge der Arbeitnehmervertreter „zu weit“. Zwar habe der Vorstand eine Verlagerung des Verlagsstandorts bis Ende 2015 ausgeschlossen. Kündigungen oder die Aufgabe von Geschäftsfeldern schließe die Vereinbarung aber nicht aus, heißt es im „Mannheimer Morgen“.

Zuvor hatte die Richterin versucht, die Parteien von einer gütlichen Einigung zu überzeugen. Der Vorschlag wurde nach Angaben des Betriebsrats von der Geschäftsführung abgelehnt. Die ausführliche Urteilsbegründung soll bis zum Ende der Woche vorliegen. Die Arbeitnehmervertreter kündigten an, Beschwerde beim Landesarbeitsgericht einzulegen. 

Als Vorentscheidung für das Hauptsacheverfahren sei die Entscheidung aber nicht zu werten, gibt sich der Betriebsrat weiterhin kämpferisch. Auch in diesem Verfahren, das in einigen Wochen startet, soll es um die Frage gehen, ob die Verlagerung nach Berlin der getroffenen Standortsicherungs-Vereinbarung widerspricht oder nicht.  

Betriebsrat: 130 Arbeitsplätze bedroht 

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sollen insgesamt 130 Stellen abgebaut werden. Von 190 Mitarbeitern wolle das Bibliographische Institut nur etwa 60 Beschäftigte behalten – in Mannheim und Berlin.

Aus Unternehmenssicht ist die Zahl der von Umzug und Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter noch unklar. Derzeit laufen die Gespräche zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat, erklärte ein Sprecher der Cornelsen-Gruppe auf Nachfrage von buchreport.de. Erst anschließend könne man genau sagen, wie viele Mitarbeiter mit nach Berlin ziehen.

Unklar ist auch die Zukunft der Kinder- und Jugendbuchsparte: Die Marken SauerländerMeyers und Duden – mit rund 40 Mitarbeitern – sollen, wie berichtet, verkauft werden. Es hängt also auch vom potenziellen Käufer ab, wie viele Arbeitsplätze in Mannheim erhalten bleiben.

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