McDonald’s soll Appetit auf Bücher machen

Bücher statt Spielzeug: McDonald´s Deutschland gibt ab Ende August über 4 Mio Kinderbücher als Bestandteil des „Happy Meals“ aus. Ziel der Verlage: Mehr Kinder für Bücher zu begeistern. Doch die Aktion erntet auch Kritik.
Details: 
  • Die Kunden der Fastfoodkette bekommen ab dem 31. August (bis Ende September) im Rahmen des Kindermenüs „Happy Meal“ Kinderbücher als Beigabe. Die Bücher können auch separat für 3 Euro erworben werden. 
  • Die Titel stammen von den Verlagen Carlsen, cbj, Dorling Kindersley, Kosmos, Loewe und Tessloff. Mc Donald’s finanziert die Aktion und kauft die Bücher direkt von den Verlagen; die Konditionen stehen unter Verschluss. 
  • Die Texte wurden zum Teil extra für die Aktion geschrieben, teilweise wurden bereits vorhandene Inhalte, die den inhaltlichen und formalen Kriterien von Mc Donald’s entsprachen, übernommen. 
  • Die Bücher wurden extra für McDonald’s hergestellt und erscheinen als eigene Ausgaben ohne ISBN. Die McDonald’s-Ausgaben sind nicht im Buchhandel erhältlich. 
  • Jeweils vier Bücher richten sich an drei- bis fünfjährige Kinder sowie an Sechs- bis Neunjährige. Die Auswahl soll die unterschiedlichen Lesevorlieben von Jungen und Mädchen berücksichtigen.

Die Aktion wird von der Stiftung Lesen unterstützt, die auf den Buchcovern, Verpackungen, Plakaten und Tisch-Sets der Fastfoodkette auf die Notwendigkeit der Sprach- und Leseförderung hinweist. Denn: Für eine erfolgreiche Leseförderung müsse man auch „Wege gehen, die auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich erscheinen, um Kinder, Jugendliche und Familien zu erreichen“. 

Mc Donald’s selbst verfolgt nach Angaben der Presseabteilung keinen erzieherischen Anspruch und will den Kindern „einfach nur ein besonders schönes Geschenk machen“

Nach dem Willen der Verlage soll die breit angelegte Aktion dazu beitragen, Bücher noch stärker in den Mittelpunkt der Familien zu rücken und die jeweiligen Marken zu stärken. Auch im Buchhandel werde der Effekt zu spüren sein. 

Die Buch-Aktion, die McDonald’s zum ersten Mal in Deutschland durchführt, wird bereits seit vielen Jahren in Skandinavien und seit vergangenem Jahr auch in Großbritannien umgesetzt.
Deutliche Kritik erntete die Verbindung von Kinderbüchern und Fast Food in Großbritannien: „In einer Zeit, in der wir eine Adipositas-Epidemie bei Kindern haben, ist dies eine unangemessene Marketing-Strategie“, erklärte Charlie Powell, Direktor einer Kampagne für gesunde Kinderernährung, der „Daily Mail“ im Januar. „Die Idee hinter der Aktion ist es offensichtlich, Fast Food für Kinder attraktiver zu machen. Das ist nicht die Richtung, in die wir gehen sollten“. 

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