Der große Umbau

Auf den ersten Blick ist alles wie immer: Mit großem Vorsprung führt Barnes & Noble die in diesem Jahr zum zehnten Mal erhobene buchreport-Übersicht der internationalen Buchketten an. Und doch ist heute in der internationalen Handelsbranche kaum noch etwas, wie es einmal war.

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit befindet sich der Handel im Ausnahmezustand. Die analytische „Weltreise“ von Anja Sieg, komplett auf 13 Seiten im buchreport.magazin 8/2012 zu lesen (hier zu bestellen), zeigt eine Buchhandelslandschaft im Umbruch. Zutiefst verunsichert, weil jahrzehntelang bewährte Strukturen plötzlich obsolet sind. Hektisch auf der Suche nach neuen Konzepten, die das wirtschaftliche Überleben sichern und die Eigentümer bei Laune halten sollen. Unternehmen, die gelassen und wirtschaftlich solide aufgestellt ihren Ge­schäften nachgehen, gibt es wenige.
Spektakuläre Pleiten
So war 2011 das Jahr sehr spektakulärer Pleiten: Mit Borders (USA), Top-Kniga (Russland) und Angus & Robertson (Australien) sind gleich drei Unternehmen, die in ihren Heimatmärkten kräftige Akzente gesetzt haben, inzwischen Makulatur.
Hollands Marktführer Selexyz (Foto) ist einem ähnlichen Schicksal kürzlich nur knapp entgangen. Ursachen sind neben den Folgen der Finanzkrise der tiefgreifende Strukturwandel und die damit verbundene Abwanderung der Kunden in die Online-Shops sowie zu den explodierenden digitalen Märkten. 
Schraubzwingen für das Sortiment

Weil aus dem Kerngeschäft mit Büchern kaum noch Wachstumsperspektiven abzuleiten sind, wird in den Vorstandsetagen zudem eifrig am Rück- und Umbau der stationären Flächen und des Sortiments gearbeitet. So wie Thalia und Hugendubel neben kompletten Filialschließungen neue Sortimente testen, werden die Buchhandelsflächen rund um den Globus neu verteilt. Das Zusatzgeschäft mit Ergänzungssortimenten wird auf ein höheres Level gehoben.

Die buchreport-„Weltreise“ durch alle Kontinente zieht Jahr für Jahr weitere Kreise und wird immer noch ein bisschen weltläufiger. Mit 14 Teilnehmern hat die Analyse vor zehn Jahren angefangen, mittlerweile werden 26 Unternehmen aus 16 Ländern vorgestellt. Neu dabei sind Suomalainen Kirjakauppa (Finnland), Empik (Polen) und Schweitzer Fachinformationen (Deutschland).
Berücksichtigt werden wie immer nicht nur „klassische“ Buchhandelsunternehmen, sondern auch Medienhändler wie die Fnac oder WH Smith, in denen Bücher nur einen (allerdings gewichtigen) Teil des Produktmixes darstellen.  

Hier geht’s zu den Profilen der einzelnen Buchketten:

Afrika

Amerika

Europa

Japan

Ozeanien

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