Postskriptum: Verteilte Verfilmung

Die drei Bände der „Herr der Ringe“-Saga von J.R.R. Tolkien haben (in der Taschenbuch-Ausgabe von Klett-Cotta) zusammen 1347 Seiten. Der Regisseur Peter Jackson verfilmte sie in drei monumentalen Teilen. Tolkiens Buch „Der kleine Hobbit“ hat (ebenfalls bei Klett-Cotta) 336 Seiten. Wie wir seit Anfang der Woche wissen, verfilmt Jackson es gerade in drei monumentalen Teilen. Wie aus gewöhnlich gut erfundenen Kreisen zu hören ist, hat der geniale Regisseur schon sein nächstes Projekt ins Auge gefasst: Für nächstes Jahr plant er die Verfilmung des Kinderlieds „Alle meine Entchen“ in drei monumentalen Teilen.     

Ausdruck: Altehrwürdig

Hand auf den Duden: Hätten Sie, liebe Leser, gewusst, was „intrikat“ heißt? Bei der „Zeit“ wird dieses Wort nicht nur gekannt, sondern sogar benutzt, wie die Rezension des Romans „Die Betrogenen“ von Michael Maar zeigt. Bewundernswert. Für alle anderen hier das Ergebnis meiner Nachforschungen: Laut Fremdwörterbuch bedeutet „intrikat“ so viel wie verwickelt, verworren, heikel oder verfänglich und teilt einen gewissen antiquierten Charme mit ähnlich klingenden Worten wie delikat oder dreiwegekat.

Titel: Täuschend

Die Älteren unter uns mögen sich erinnern, dass „Shades of Grey“ nicht nur der Titel (für den deutschen Markt) der megaerfolgreichen Erotik-Trilogie von E.L. James ist (aktuell Platz 1 der SPIEGEL ONLINE-Bestsellerliste), sondern auch ein famoser Pop-Song aus der Feder des verehrungswürdigen Billy Joel, erschienen 1993 auf seinem Album „River of Dreams“. Putzig finde ich die Vorstellung, dass die Jüngeren unter uns aufhorchen, wenn das Lied im Radio läuft, und erstaunt feststellen, dass es darin weder ums Poppen noch ums Peitschen geht.  

Emil: Erholungsbedürftig

Zunächst war ich ziemlich stolz, als die aktuelle buchreport-Leserbefragung zutage förderte, dass mein „Postskriptum“ von immerhin knapp der Hälfte der Leser regelmäßig oder zumindest gelegentlich goutiert wird. Dass das Leichtfüßige weit hinter den Quoten der gewichtigen Nachrichten- und Meinungsrubriken liegt,  nun ja. Geknickt war ich dagegen, als ich las, dass im „Börsenblatt“ die letzte Seite mit dem Cartoon dort die mit Abstand am häufigsten gelesene ist. Beim fälligen Rapport bei der Redaktionsleitung zog ich mich mit einem Dichterwort aus der Affäre: Wer Locken auf dem Gipfel dreht / in dünner Luft zur Spitze strebt / blicke nicht ins Tal hinab / wo schon das Kleine überragt. Meine treuen Leser werden verstehen, dass ich die darauf verordneten zwei Wochen Auszeit zum Auftanken nutze. Mal sehen, vielleicht nehme ich an einem Malkurs teil.

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