Daten sind das neue Erdöl

Open Access steht weiterhin ganz oben auf der Agenda der EU-Kommission: Forschungsergebnisse, die aus Steuermitteln finanziert wurden, sollen künftig frei zugänglich ins Netz gestellt werden, hat die EU am Dienstag mitgeteilt
Die Begründung der EU: Durch den freien Zugang zu den Publikationen werde die Innovationskapazität der EU gestärkt; die Bürger könnten die Vorteile wissenschaftlicher Entdeckungen rascher für sich nutzen. „Die Steuerzahler sollten nicht zweimal für Forschungsergebnisse zahlen müssen, und sie müssen problemlos auf Rohdaten zugreifen können“, erklärte die für Digitales zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes. „Wir wollen bei der Verbreitung und Nutzung von Forschungsergebnissen die nächste Stufe erreichen. Daten sind das neue Erdöl.“
Wie „SPIEGEL ONLINE“ berichtet, unterstützt die EU damit einen Vorstoß der Regierung Großbritanniens. David Willetts, britischer Hochschul- und Wissenschaftsminister, hatte am Montag Pläne vorgestellt, wonach innerhalb von zwei Jahren alle aus öffentlich finanzierter Forschung hervorgegangenen Publikationen für jedermann frei zugänglich werden sollen.
Willets will das Geschäftsmodell der Verlage ändern: Die Kosten der Wissenschaftsverlage für das Begutachten, Publizieren oder die Veröffentlichung im Netz sollen von den Forschungseinrichtungen und Universitäten getragen werden. Zum Ausgleich bräuchten deren Bibliotheken dann keine kostenintensiven Zeitschriftenabonnements mit den Verlagen mehr abschließen, so der britische Hochschul- und Wissenschaftsminister. 
Die Umstellung auf Open Access soll nach dem Willen der EU-Kommission ab 2014 nach und nach umgesetzt werden – für alle Projekte, die von der EU oder vom Staat finanziert werden: 
  • Diese Ergebnisse sollen entweder unmittelbar online zur Verfügung gestellt („goldener” freier Zugang), die Veröffentlichungskosten würden gegenenfalls von der EU erstattet,
  • oder die Forscher stellen ihre Artikel als Zweitverwertung spätestens sechs Monate nach der Veröffentlichung (zwölf Monate im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften) über ein frei zugängliches Archiv zur Verfügung („grüner” freier Zugang).
Bis 2016 sollen nach dem Willen der EU-Kommission 60% der Forschungsergebnisse in Europa frei zugänglich sein.
Mehr zum Thema lesen Sie im kommenden buchreport.express 29/2012 (erscheint am Donnerstag und ist hier zu bestellen).

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