Wir werden unsere Position auch in Zukunft festigen

Es ist ruhig geworden um den E-Book-Pionier Sony, inzwischen prägen Nachzügler den deutschen E-Book-Markt. Beim Elektronikriesen zeigt man sich dennoch zufrieden mit dem E-Reader-Verkauf in Deutschland. Herausforderungen und Projekte erläutert Henrik Schäfer (Foto), Product Group Manager Networked Products bei Sony Deutschland, im Gespräch mit buchreport
Sony war der erste große Akteur auf dem deutschen E-Book-Markt, doch inzwischen prägen Amazon und Apple den Markt. Ist Sony ins Hintertreffen geraten?
Wir sind sehr zufrieden mit unserer Geschäftsentwicklung in Deutschland. Im Preisbereich über 100 Euro zählen wir zu den Marktführern, unsere frühzeitigen Investitionen als E-Book-Pionier zahlen sich aus. Die Content-Umsätze bewegen sich noch auf einem niedrigen Niveau. Aber perspektivisch wird der digitale Buchbereich in den nächsten Jahren ein lohnendes Geschäft sein. 
Wo sehen Sie Ihre Alleinstellung auf dem deutschen Markt?
Unser Fokus liegt zunächst auf der Hardware und auf technischen Innovationen. Wir haben 2004 in Japan als erstes Unternehmen weltweit ein Gerät mit E-Ink-Display auf den Markt gebracht, zwei Jahre später folgte in den USA der erste E-Reader von Sony, 2008 die erste Möglichkeit der Frontbeleuchtung. Wir waren mit die Ersten, die das E-Ink-Pearl-Display eingeführt haben, gefolgt vom Touch-Display und Multitouch-Gesten. Wir werden unsere Position im Hardware-Bereich auch in Zukunft mit technischen Innovationen und überraschenden Features festigen. 
Spiegelt sich das denn auch im Absatz?
Wir nennen generell keine Zahlen, sind jedoch sehr zufrieden mit den Umsätzen. 
Und: Je mehr Wettbewerber auf den Markt treten und für das E-Book werben, desto mehr Konsumenten werden auf E-Books und E-Reader aufmerksam. Konkurrenz belebt das Geschäft. Auf einem Markt, der gerade entsteht, ist es von Vorteil, wenn diese Kommunikationsleistung von allen getragen wird. 
Der europäische Markt entwickelt sich langsamer als der US-amerikanische. Warum?
Die Hardware bestimmt das Marktwachstum. Erst E-Ink hat das Thema E-Book groß gemacht. Und diese Technologie ist in Deutschland erst seit 2008/09 auf dem Markt, sehr viel später als in den USA.

Auch die Buchhandelslandschaft ist eine ganz andere. Der Buchmarkt in Deutschland ist sehr viel stabiler, insbesondere durch die Buchpreisbindung: Eine Buchhandelslandschaft mit 4000 kleinen Läden, die überall die gleichen Bücher zum einheitlichen Preis anbieten, gibt es nur in Deutschland.

Zudem spielen soziologische Aspekte sicher eine Rolle. Studien zufolge scheinen US-Konsumenten eher auf Innovationen anzusprechen als die Deutschen. Der Markt wird sich entwickeln, die Perspektiven und Vorzeichen sind gut. In den nächsten Jahren wird noch viel passieren.

Welche Fehler hat Sony gemacht?
Die Frage stellt sich für uns aktuell nicht. Wir haben im vergangenen Weihnachtsgeschäft Absatz und Umsatz verdreifacht – und sind sehr zufrieden.
Haben Sie das Inhaltegeschäft zu spät für sich entdeckt? 
Unser Fokus liegt in erster Linie auf dem Lese- und erst in zweiter auf dem Shoppingerlebnis. Wir bieten ein Gerät, mit dem man optimal lesen kann. Das Kaufen von E-Books auf dem Gerät ist bei uns nachgelagert, wird aber kommen. Mit Verweis auf den aktuellen E-Book-Marktanteil in Deutschland ist es noch nicht zu spät. Wir sind in einem Markt, der wächst. 
Wie viele Leute wollen Sie einstellen, um sich passend aufzustellen?
Wir sind ein europäisches Unternehmen, Tochter von Sony in Japan, und entsprechend global aufgestellt. Wir haben ein breites Distributionsnetz. Der E-Reader wird einmal entwickelt und – mit leichten Anpassungen – in 20 Ländern weltweit angeboten. Produkt- und Software-Entwicklung sowie Strategie werden dementsprechend zentral geregelt und müssen nicht in jedem Land ergründet werden. Wir haben die Aufgabe, den E-Reader in Deutschland zu vermarkten und die richtigen Vertriebskanäle zu wählen. Alles Übrige ergibt sich im Zusammenschluss mit unseren Kollegen weltweit und ich kann versichern: Wir sind gut aufgestellt. 

Die Fragen stellte Lucy Kivelip

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