Angriff in der Amazon-Preisklasse

Nachdem Apple lange Zeit den Tablet-Markt dominiert hat, kommt jetzt Bewegung ins Geschäft: Neben Microsoft will auch Google mit dem „Nexus 7“ (Abb.) ein eigenes Gerät an den Start schieben. Auf dem E-Reader-Markt zeichnet sich dagegen beim Marktführer eine Schwächeperiode ab – als Folge des Tablet-Booms?
Auf der Entwicklerkonferenz I/O hat Google das 199-Dollar-Tablet „Nexus 7“ (preislich also auf dem Niveau des Kindle-Fire-Tablets von Amazon) vorgestellt. Details:
  • Das 7-Zoll-Gerät läuft mit dem neuen Android-Betriebssystem „Jelly Bean“, das der Konzern ebenfalls vorgestellt hat (mehr dazu auf „SPIEGEL ONLINE“).
  • Der Prozessor stammt von Nvidia (Tegra 3).
  • Erstaunlicherweise steuert nicht die von Google übernommene Hardware-Firma Motorola die Technik, sondern Asus.
  • Die Auflösung des Displays liegt bei 1280 x 800.
  • Der Akku soll im Dauerbetrieb 8 Stunden halten.
  • Das „Nexus 7“ wiegt nur 340 Gramm.
  • Der Webshop Google Play, in den auch der E-Book-Store von Google integriert ist (hier mehr), soll eine zentrale Rolle spielen. 
  • Ab Mitte Juli soll das „Nexus 7“ in den USA, Australien und Großbritannien zum Preis von 199 Dollar (8 GB Speicherplatz) bzw. 249 Dollar (16 GB) auf den Markt kommen. Wann das Tablet in Deutschland angeboten wird, ist bisher nicht bekannt.
    Warum das iPad bislang den Markt dominiert

    Bislang kontrolliert Apple einen Großteil des Tablet-Markts (laut Gartner über 60%), der in diesem Jahr nach Einschätzung von Marktforschern einen Absatz von rund 119 Mio Geräten verzeichnen werde – ein doppelt so hoher Wert im Vergleich zu 2011. Doch während Google auf dem Smartphone-Markt bereits am iPhone vorbeiziehen konnte – nach Anzahl der verkauften Geräte, nicht jedoch nach Gewinn –, sind die Versuche, den Tablet-Marktführer im Schulterschluss mit Hardware-Herstellern wie Samsung oder HTC anzugreifen, bisher wenig erfolgreich ausgefallen – nur der der 20 populärsten Android-Tablets hätten im Mai einen Marktanteil jenseits der 6% eingenommen, so Bloomberg. Hauptproblem: Es dauert zu lange, bis die Neuerungen des Betriebssystems auf den Geräten der Partner landen, sei es, weil die Tablet-Bauer die Updates zu spät anbieten oder die Nutzer dies verzögern.

    Das soll sich jetzt ändern mit dem Tablet, das den Google-Namen trägt.

    Kindle-Reader schwächen laut Analyst

    Für neue Impulse auf dem Markt sorgt auch Microsoft. Die bisher auf Software spezialisierte Firma präsentierte Mitte Juni in Hollywood ein Tablet mit dem Namen „Surface“ (hier mehr) und dürfte aktuell in Partnerschaft mit Barnes & Noble weitere Geräte im Testlabor entwickeln (hier mehr).
    Während die Tablets weiterhin boomen, zeichnen sich auf dem E-Reader-Markt flachere Wachstumskurven ab. Die „New York Post“ zitiert einen Analysten der Investmentbank PacificCrest, der seine Absatzerwartung für die Kindle-Geräte in diesem Jahr um ein Viertel auf 9,3 Mio Geräte gesenkt hat – dagegen werde Amazon vom hauseigenen Tablet Kindle Fire (das voraussichtlich bald nach Europa kommt) zwischen 12 und 15 Mio Stück absetzen. Im dritten Quartal werde Amazon neue E-Reader- und Tablet-Modelle vorstellen.

    Kommentare

    1 Kommentar zu "Angriff in der Amazon-Preisklasse"

    1. Na dann schau’n wir mal. Würde der Kaiser sagen.
      Ist ja schließlich nicht der erste iPad-Killer 😉

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