Digitales Zuschussgeschäft

Im Vorfeld der Ausgliederung des „Nook“-Geschäfts in ein Joint-Venture mit Microsoft legt Barnes & Noble jetzt erstmals separate Zahlen für die E-Book-Sparte vor. Der Bereich wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich – bleibt insgesamt aber defizitär und, wie das letzte Quartal zeigt, volatil.

Der größte stationäre Buchhändler der USA weist in der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/2012 (28. April) separat die Zahlen für die E-Book-Sparte aus; ebenfalls neu: die Zahlen zum Webshop bn.com werden dem Retail-Segment zugeschlagen.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • B&N insgesamt (also mit Ladengeschäften, College-Stores und der Nook-Sparte) legt einen Umsatz von 7,1 Mrd Dollar vor, ein leichter Zuwachs von rund 2%.
  • Mit digitalen Inhalten (Apps, E-Books, elektronische Zeitungen)  und Hardware hat B&N im Geschäftsjahr insgesamt 933 Mio Dollar eingenommen, ein Plus von 34%.
  • Beim Verkauf der Inhalte, separat betrachtet, wuchsen die Erlöse im gesamten Jahr um 119%. 
  • Unter dem Strich (EBITDA, also Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) wuchs der Verlust der Sparte um ein Viertel auf 262 Mio Dollar.
  • Das Retail-Geschäft in den B&N-Filialen büßte einmal mehr Umsatz ein: Die Erlöse sanken um 1,5% auf 4,8 Mrd Dollar. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Umsätze des Webshops erstmals mit einfließen, ohne die das Minus vermutlich deutlicher ausfiele. 
  • Der Gewinn (EBITDA) im Retail-Geschäft legte allerdings deutlich zu, um 22% auf 317 Mio Dollar – bn.com sei Dank.
  • Ein ähnliches Bild bei den Universitäts-Geschäften, die beim Umsatz 2% verloren (auf 1,7 Mrd Dollar), deren Gewinn aber um 2,2% auf 116 Mio Dollar stieg.
  • Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Erlöse im stationären Geschäft um 1,4%. 

Wie volatil das digitale Geschäft ist, das zeigen die Zahlen fürs 4. Quartal des Geschäftsjahres (das Nach-Weihnachts-Quartal), die B&N ebenfalls ausweist. In den drei Monaten sanken die Nook-Erlöse um ein Zehntel auf 164 Mio Dollar. Der EBITDA-Verlust wuchs von 47 auf 77 Mio Dollar. 

Der Absatz der E-Reader sei gesunken, ebenso der Verkaufspreis, begründet B&N das Minus, weshalb man sich perspektivisch stärker auf den Verkauf von Inhalten konzentrieren werde.
Im Conference Call mit Analysten und Journalisten äußerte sich CEO William Lynch zum geplanten Joint-Venture mit Microsoft. Der „Newco“-Deal (so der Arbeitstitel) werde im 2. oder 3. Quartal des Geschäftsjahres (also bis zum Herbst) geschlossen.

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