Charmeoffensive der Nachzügler

Gestärkt durch die Finanzspritze des japanischen E-Commerce-Giganten Rakuten hat der E-Book-Spezialist Kobo nach eigenen Angaben den Turbo eingelegt: Auf der BookExpo America feiern die Kanadier dreistellige Absatz-Zuwächse. Und attackieren Amazon und Barnes & Noble mit einem eigenen Self-Publishing-Portal, das sie schon im April angekündigt hatten (hier mehr).
Kobo Writing Life“ nennen die Kanadier das Portal, das im Wettbewerb mit „Kindle Direct Publishing“ (KDP, gestartet im Januar 2010) und Barnes & Nobles „PubIt“ (Start im Oktober 2010) bestehen soll. Aktuell testen die Kanadier das Angebot mit 50 Autoren, bis Ende Juni soll es mit englischer Benutzeroberfläche und rund 1600 Autoren starten; im kommenden Jahr sollen weitere Sprachen folgen.
Anders als das Unternehmen aus Seattle setzt Kobo auf den Epub-Standard. Anders als bei KDP dürften die Autoren ihre Buchpreise jederzeit auf „kostenlos“ umzustellen, „ohne restriktive Exklusivverträge“. Außerdem zahle Kobo in vielen wachsenden internationalen Märkten 10% höhere Autorenhonorare als der Wettbewerb und gebe den Autoren mehr Freiheiten in der Preisgestaltung. Die Titel, verspricht Kobo außerdem, sollen innerhalb weniger Minuten kostenlos veröffentlicht werden können. Die Autoren könnten ihre Verkäufe in „Echtzeit“ sowie nach einzelnen Ländern aufgeschlüsselt analysieren (s. Screenshot unten).

Kobo: Absatz wächst dreistellig

Zum Auftakt der Buchmesse am Hudson River hat Kobo außerdem eine Wasserstandsmeldung in eigener Sache präsentiert:
  • Der E-Book-Absatz liege aktuell 400% über Vorjahr, bei den E-Readern liege das Plus bei 160%. Die Nutzerzahlen seien im Vergleich zum Vorjahr um 280% gestiegen – inzwischen hätten sich über 8 Mio Nutzer in 190 Ländern bei Kobo registriert.
  • Als weitere Länder stünden Japan (Heimatland von Eigentümer Rakuten), Portugal, Spanien und Italien auf der Wachstumsagenda.
  • Der Katalog umfasse 2,5 Mio Titel in 60 Sprachen. 
  • Die Mitarbeiterzahl habe sich seit Januar 2012 mehr als verdoppelt, mit neuen Mitarbeitern in Kanada, den Vereinigten Staaten, Irland, Großbritannien, Deutschland, Australien, Luxemburg und Frankreich.
  • Auch für Deutschland legte Kobo in New York Zahlen auf den Tisch. Bis Mai habe man 85% mehr abgesetzt als im gesamten vergangenen Jahr, erklärte Kobo-Vice President Michael Tamblyn (unten ein Auszug aus seinem Vortrag bei der IDPF-Tagung). 27% der in Deutschland verkauften Titel seien englisch.
„Wir haben in zwei Jahren etwas geschafft, was andere nicht in zehn geschafft hätten“, lautet das Selbstlob von Kobo-CEO Michael Serbinis.
In Deutschland und Österreich bietet Kobo die eigene Hardware u.a. bei Redcoon, Media Markt, Saturn, Electronic Partner, Euronics, MediMax, Expert, Buy.com, Notebooksbilliger.de und Pcspezialist.de an. Mit einem Partner aus dem deutschen Buchhandel ist Kobo bislang nicht einig geworden. Aktuell gebe es Verhandlungen, heißt es in New York. „Die E-Book-Anbieter liefern sich gerade ein Rennen, um Partner im Handel zu gewinnen“, so Tamblyn auf der E-Book-Konferenz der IDPF. Der stationäre Marktführer Thalia verhandelt angeblich aktuell mit Barnes & Noble.

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