Plagiate verbannen

Immer mehr „Autoren“ versilbern plagiierte Inhalte über Amazons Kindle-Shop. Sie bedienen sich etwa aus frei zugänglichen Inhalten im Netz oder kopieren gemeinfreie Werke (hier mehr). Dieser Praxis will Amazon jetzt den Riegel vorschieben.
Wie „Paid Content“ berichtet, hat der Onliner strengere Regeln für selbstpublizierende Autoren festgesetzt. Demnach will Amazon keine Inhalte mehr akzeptieren, die im Netz frei zugänglich sind, sofern der Anbieter des E-Books nicht auch Urheber dieser Inhalte ist. Zwar akzeptiere man nach wie vor gemeinfreie Werke im Kindle-Store. Aber man werde sich ggf. entschließen, ein angebotenes E-Book nicht zu veröffentlichen, wenn der Inhalt unverändert bzw. nur leicht verändert feilgeboten wird. 
Heißt: Das E-Book „Dracula’s Amazing Adventure“ – das sich als Plagiat von Bram Stokers Dracula entpuppte – oder die Angebote von Robin Scott – der Inhalte von der Erotik-Seite Literotica kopiert und unter eigenem Namen veröffentlicht hat – würden künftig nicht mehr akzeptiert.  
Bisher hat Amazon nach eigenen Angaben derartige Angebote entfernt, sobald der Konzern auf die Urheberrechtsverletzung hingewiesen wurde. Doch bis der Onliner auf die Beschwerden von Kunden oder Urhebern reagieren kann, vergeht naturgemäß Zeit. Zudem veröffentlichen besonders fleißige Autoren anschließend weitere Plagiate. 
Dass Amazon plagiierte Inhalte nun von vornerein ausschließt, scheint ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch vorerst unklar ist, wie streng der Onliner die neuen AGBs durchsetzen wird. Der Vorstoß zeigt aber zumindest, dass Amazon erkannt hat, wie sehr plagiierte Inhalte dem Image und der Akzeptanz des Kindle-Store schaden können. 

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Kommentare

1 Kommentar zu "Plagiate verbannen"

  1. Thomas Diehl | 26. Mai 2012 um 21:09 | Antworten

    Nun waren Plagiate bei Amazon nie erlaubt und auch Dubletten gemeinfreier Werke werden schon länger entfernt. Die Zusammenstellung frei verfügbarer Inhalte (wie Wikipedia-Artikel) in einem eigenen Buch hat mit Plagiaten nichts zu tun, das Problem so erzeugter Werke ist nur der fehlende Nutzen für Kunden.

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