Amazon lässt für Autoren die Grenzen fallen

Dass Amazon das gesamte Ökosystem der Buchbranche in einem Unternehmen vereinen will, haben die jüngsten Aktivitäten (s.u.) aus Seattle bereits bewiesen. Das nächste Ziel im Visier des Onliners ist offenbar der Importhandel. Statt ihre Bücher über einen Importeur ins Ausland fließen zu lassen, können Autoren ihre gedruckten Bücher jetzt direkt an europäische Kunden verkaufen – über Amazon. 
Möglich macht dies die Amazon-Tochter CreateSpace. Seit Donnerstag (17.5.) können ausländische Autoren ihre Bücher über CreateSpace in Europa vertreiben, meldet das Unternehmen, das bereits seit 2007 in den USA aktiv ist.

Im Detail:

  • Die Bücher werden exklusiv über die europäischen Plattformen von Amazon vertrieben: amazon.de, amazon.co.uk., amazon.fr, amazon.es und amazon.it. Andere europäische Händler bleiben – anders als in den USA, wo Amazon mit anderen Händlern kooperiert – außen vor.
  • Erst wenn der Kunde ein Buch bestellt, wird es gedruckt (Print-on-Demand) und noch am selben Tag ausgeliefert, so das Versprechen.
  • Die Autoren erhalten für ihre Werke laut Amazon „überdurchschnittliche“ („industry-leading“) Honorare.
  • Die Rechte bleiben bei den Autoren.  
Amazons Offensive kommt nicht überraschend, angesichts des inzwischen breiten Portfolios des Onliners, der alle Aspekte des Verkaufens und Verlegens abdecken will:
  • Dass Autoren ihre E-Books über das Programm Kindle Direct Publishing auf eigene Faust vertreiben können, setzt auch Verlage unter Druck (hier mehr).
  • Über Amazon Crossing bietet der Onliner englischsprachige Übersetzungen fremdsprachiger Bücher an (hier mehr). 
  • Bereits 2009 startete Amazon mit dem Verlagsprogramm „Amazon Encore“, das auf englischsprachige Debütanten fokussiert ist.
  • Unter der Regie von Verleger-Urgestein Larry Kirshbaum forciert Amazon die eigenen Verlagsaktivitäten (hier mehr). Eine Offensive, die auch die deutsche Branche beunruhigt (hier mehr). 
  • In Konkurrenz zu den Angeboten der Bibliotheken tritt Amazon außerdem über verschiedene Verleihmodelle (hier mehr).
    • Auch das Gebrauchtbuchgeschäft wird vom Onliner forciert (hier mehr).
      Mehr zum Thema lesen Sie im buchreport-Dossier zum Amazon Kindle.

      Kommentare

      1 Kommentar zu "Amazon lässt für Autoren die Grenzen fallen"

      1. Gernot Spielvogel | 24. Mai 2012 um 21:33 | Antworten

        Hallo!

        Daran bin ich als Autor interessiert.

        viele Grüße
        Dr. Gernot Spielvogel

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