Überfälle aus dem digitalen Dunkel

Die von Anonymous attackierten Krimi-Autoren schlagen juristisch zurück: Nachdem eine anonyme Gruppe von Netzaktivisten die Internetseiten sowie privaten Rechner der Autoren mit Mailbomben angegriffen hatte, erstatteten Vertreter von „Das Syndikat“ Strafanzeige. Auch Random House plant ähnliche Schritte.
Hintergrund:  

  • Bereits Ende April hatte Anonymous die Vereinigung von Krimiautoren „Das Syndikat“ attackiert, die sich für den weltweiten Schutz des Urheberrechts einsetzen (hier mehr). Neben einer Erklärung hatte die Gruppe auch drei Anzeigenmotive entworfen, bei denen ein Anonymous-Vertreter Leichen (von Autoren) fleddert.
  • Am Wochenende veröffentlichten die Web-Guerilla-Aktivisten massenhaft Daten von Unterzeichnern der Kampagne „wir-sind-die-urheber.de“ (hier mehr zur Aktion), darunter Telefonnummern und Adressen von prominenten Autoren wie Charlotte Roche, Sven Regener, Charlotte Link und Frank Goosen.
In einer Pressemitteilung des „Syndikats“ berichten die Autoren, dass kurz nach Präsentation der Anzeigen-Kampagne innerhalb weniger Minuten 25.000 bis 100.000 „Mobbing-Mails“ eingegangen seien. Eine Autorin sei zudem mit Hakenkreuzen und anonymen Kurznachrichten belästigt worden. „Wir sind empört über das Demokratieverständnis der Digital-Angreifer. Nicht das Urheberrecht schränkt die Freiheit im Netz ein – sondern illegale, aggressive Aktionen, wie diese Offensive auf ,JA zum Urheberrecht‘ belegt“, schreibt das „Syndikat“. „Einige Wenige bestimmen die Diskussion und versuchen Andersdenkende mundtot zu machen, mit technischen Mitteln und Überfällen aus dem digitalen Dunkel heraus.“ Man habe daher Strafanzeige gestellt und fordere alle, die aktiv für den Schutz des geistigen Eigentums eintreten, auf, sich gegen solche Attacken mit rechtsstaatlichen Mitteln zu wehren. 
Am Montag-Nachmittag hatten bereits mehrere deutsche Buchverleger die Aktion von Anonymus kritisiert und ebenfalls juristische Mittel angekündigt. Laut „FAZ“ will Random House Strafanzeige wegen Nötigung und Aufruf zu Straftaten erstatten. Auf Anfrage von buchreport.de hat dies Random House bestätigt.
Ein Interview mit dem „Syndikat“-Autor Jan Zweyer ist im neuen buchreport.express 20/2012 zu lesen (ab Freitag).

Kommentare

1 Kommentar zu "Überfälle aus dem digitalen Dunkel"

  1. Imre Török | 15. Mai 2012 um 17:49 | Antworten

    Hi, Anonymous!
    Offen kämpfen. Masken runter.
    Unzählige Schriftsteller haben im Laufe der Geschichte für die Freiheit des Worts gekämpft, sind inhaftiert, gefoltert, hingerichtet worden. Und wir kämpfen mit offenem Visier für das hohe Gut der Meinungsfreiheit, dafür saßen und sitzen bis heute weltweit Tausende von Autorinnen und Autoren im Gefängnis. Sie zeigen wirklich Mut im realen Leben. Auch im Internetzeitalter.
    Imre Török
    Bundesvorsitzender Verband deutscher Schriftsteller (VS)
    Mitglied P.E.N. Zentrum Deutschland

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