Überlebenskampf in düsteren Zeiten

Der spanische Verlag Tusquets gibt seine Unabhängigkeit auf: Nach internationalen Medienberichten hat Verlegerin Beatriz de Moura rund 50% (der genaue Anteil wurde nicht öffentlich bekannt gegeben) ihres Unternehmens an den Verlagsriesen Planeta (Platz 8 im buchreport-Ranking der weltgrößten Buchkonzerne) verkauft. 
„Ich möchte sicherstellen, dass Tusquets diese düsteren Zeiten überlebt“, begründet de Moura ihre Entscheidung. „Ich habe mich 43 Jahre lang durchgekämpft, doch den heutigen Herausforderungen kann ein mittelgroßer Verlag nicht alleine begegnen.“ Ihre Umsätze im Bereich Belletristik seien im Vergleich zum Vorjahr um 30% zurückgegangen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Tusquets mit Planeta kooperiert: Bereits 1995 hat Planeta 40% des Unternehmens übernommen, berichtet „Publishing Perspectives. 1998 hat Verlegerin de Moura gemeinsam mit Antonia Lopez ihre Anteile zurückgekauft. 
Auch der spanische Verlag Anagrama hat kürzlich den Schulterschluss zu einem anderen Unternehmen gesucht, um seine Zukunft zu sichern: Wie buchreport berichtete (vgl. buchreport.magazin April 2012, hier zu bestellen), vererbt der 75-jährige Verleger Jorge Herralde seinen Verlag Anagrama an die Feltrinelli-Gruppe. Bis 2016 soll die Übernahme an das italienische Familienunternehmen, bis auf symbolische 1%, die bei Herralde bleiben, vollzogen sein. 

Kommentare

1 Kommentar zu "Überlebenskampf in düsteren Zeiten"

  1. Michael Nardelli | 10. Mai 2012 um 17:49 | Antworten

    „Doch den heutigen Herausforderungen kann ein mittelgroßer Verlag nicht alleine begegnen.“ Wenn der Hintergrund nicht so traurig und dramatisch wäre, würde ich sagen: „Lustiger Beitrag.“ Wenn schon „mittelgroße Verlage“ keine Chance haben, was ist dann mit den kleinen oder gar neuen? Es kann nicht sein, dass nun die Konzern-Verlage, die die Misere mit ihrem Renditescheffeln und Marktplatzbesetzen hauptsächlich mitzuverantworten haben, nun auch noch von der Krise profitieren. Oder gar alleine übrigbleiben. Will die Branche wirklich nur aus drei Monster-Konzernverlagen bestehen? Was würde das für Leser und Handel bedeuten? Monokultur und Billigtum – wollen wir das wirklich? Dann lieber weiterkämpfen – und wenns noch mal 43 Jahre sind…Meine Güte, was für eine Welt!

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