In einem Tag um die E-Welt

Digitale Perspektiven, PoD und Preismarketing waren die Kernthemen beim Drupa-„Tag des Buches“. Fachverlage beschäftigt primär der Feinschliff ihrer Datenbankprodukte, Publikumsverlage das E-Book.

Die Druckbranche kann weiter mit Aufträgen der Buchverlage rechnen, muss sich aber (wie auch bei anderen Kunden) auf kleinere Auflagen einstellen. Beim „Tag des Buches“ auf der bis kommenden Mittwoch (16.5.) in Düsseldorf ausgerichteten internationalen Druckmedienmesse Drupa ging es in dieser Woche jedenfalls nahezu ausschließlich um die Digitalperspektiven der Buchbranche, bei denen in der Regel andere Dienstleister zum Zuge kommen:
  • Wissenschaftsverlage, in Düsseldorf vertreten durch Elsevier und Springer Science + Business Media, sind sehr auf Ausbau und Feinschliff ihrer Datenbankprodukte fokussiert. Gedrucktes bleibt ein zunehmend nachrangiges Ausgabeformat, man verabschiedet sich dabei weitgehend vom Offsetdruck, um bei Bedarf mit Print on Demand zu produzieren.
  • Publikumsverlage, bisher noch mit bescheidenen Umsätzen im E-Book-Geschäft unterwegs, sind sich mittlerweile sicher, dass hier ein nennenswerter Markt entsteht, der auch tiefere Spuren auf dem Printmarkt hinterlassen wird.
Keynote-Sprecher Richard Charkin von Bloomsbury (Foto: re., neben Moderator Thomas Wilking) spitzte das in einer Anek­dote zu: In der Diskussion, ob ein als E-Book veröffentlichter, mittlerweile sehr erfolgreicher Twitter-Roman nicht als Taschenbuch veröffentlicht werden solle, habe einer seiner Marketingleute die Befürchtung geäußert, dass Print womöglich die Digitalausgabe kannibalisiere …  
Verlage werden zu Datenbankanbietern
Die von der Akademie des Deutschen Buchhandels konzipierte Kompaktkonferenz auf der Drupa vermittelte auch eines deutlich: Wissenschafts- und Publikumsverlage bewegen sich auf weit auseinander liegenden Pfaden – trotz in letzter Zeit wachsender Gemeinsamkeiten im Bereich der digitalen Bücher.

Bei den Wissenschaftsverlagen werden die Such- und Vernetzungsoptionen zu individuellen Angeboten ausgereizt:

  • Speziell gefilterte Informationen und in Arbeitsprozesse integrierte Digitalangebote treten zunehmend an die Stelle vorkonfektionierter Produkte. 
  • Das von den Verlagen erfasste Online-Abfrage- und Nutzungsverhalten der Kunden bestimmt die weitere Angebotsentwicklung. 

Publikumsverlage bilden digital vor allem das angestammte Ge­schäft ab:

  • Sie orientieren sich bei ihren E-Books weitgehend an Inhalt, Struktur und Leseerlebnis gedruckter Bücher; für angereicherte („enhanced“) E-Books und Apps ist der Markt noch zu klein.
  • Primärziel ist das E-Book als Regelangebot bei Novitäten plus sukzessiver Aufbereitung der Backlist.
Mehr zum Thema im neuen buchreport.express 19/2012 (hier zu bestellen).

Hier ein Bericht von der Akademie- und buchreport-Veranstaltung in Düsseldorf:

Hier ein Interview mit buchreport-Chefredakteur Thomas Wilking auf der Drupa:

Zur Verfügung gestellt von center.tv Düsseldorf.

Weitere Artikel zur Drupa:

Im Interview vermisst Richard Charkin die Buchwelt zwischen E-Phorie und E-Phobie

Dorothea Hennessen (Elsevier) über Verlage im digitalen Zeitalter: „Verlage sind nicht länger Informationsbeschaffer“

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