Postskriptum: Grass Gerochen

Nach seinem poetischen Ausflug in die Nahostpolitik macht Günter Grass mit einem weiteren Gedicht auf sich aufmerksam: Zur Vorstellung des neuen Bücher-Parfüms „Paper Passion“, durch seinen Verleger Gerhard Steidl auf der Mailänder Designmesse präsentierte Grass das Gedicht „Duftmarken“, darin heißt es: „Denn wie der Hund sein Revier / mit Duftmarken markiert / und sein weitläufiges Reich sichert, / so bin ich von Büchern umstellt, / deren Gerüche haften; wer liest, der riecht.“ Lakonisch bemerkt dazu Jens Jessen in der „Zeit“: „Hoffentlich nicht zu streng.“ Und in der Tat muss man kritisch anmerken, dass Grass die Frage von Riechen und Gerochenwerden im Ungefähren lässt. Dabei kann ein Gedicht durchaus Ross und Riecher nennen, zum Beispiel so:

Kann’s sein, dass wir von Schreibers Künsten ausdünsten?
Davon, dass wir mit Lehrbüchern büffeln, müffeln?
Und vom Schwelgen in Prachtschinken stinken?
Nein, das ist nur der Bücherduft, der Schuft!      

Veranstaltung: Verlockend

„Was es nicht alles gibt“, staunt der unbefangene Leser beim Lesen der Website des Landwirtschaftsverlags Hessen: „Mehr Licht als Schatten in der Schweineproduktion. Entwicklung der Schweinemärkte war Thema auf dem Schweinetag Marburg“, heißt es da. Und der unbefangene Leser verharrt in Bewunderung, dass jemand an einer Veranstaltung namens „Schweinetag Marburg“ teilnehmen kann, ohne die ganze Zeit vor Lachen quieken zu müssen.     

Auftritt: Ausbaufähig

Aus der Witze-Spalte der „Bild“-Zeitung Anfang dieser Woche: „Ein Mann bestellt in einer Buchhandlung ein Strafgesetzbuch. Als es nach zwei Tagen da ist, ruft der Verkäufer bei seinem Kunden an. Sagt eine Frauenstimme am Telefon: ,Zu spät. Mein Mann sitzt schon‘.“ Autsch. Wie war das noch: Das Branchenparlament des Börsenvereins ist auf der Suche nach neuen Aufgaben (hier mehr)? Sehr verdienstvoll wäre, sich ein paar bessere Buchhändler-Witze auszudenken und in Umlauf zu bringen.     

Google: Gefragt

Dem hübschen neuen Buch „Was haben Schmetterlinge im Bauch, wenn sie verliebt sind … und andere Suchanfragen, bei denen man sich fragt: Wer googelt denn so was?“ von Art Bechstein und Julia Grün (Blanvalet) verdanke ich eine verblüffende Erkenntnis: Wenn man bei Google „wir müssen den“ eingibt, bekommt man als Vorschlag tatsächlich „wir müssen den Kindern mehr deutsch lernen“. Und den hübschen Kommentar: „Sehr richtig! Vor allem dürfen wir da nicht stehen bleiben und uns auf unsere Lorbären ausruhen!“ Und da sagt man immer dem Fernsehen nach, dass es doof macht.

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