300 Mio Dollar für die Kriegskasse

Im Januar deutete Barnes & Noble den Spin-off des Digitalgeschäfts an, jetzt betritt der Partner die Bühne: Im Wettbewerb insbesondere mit Amazon verbündet sich CEO William Lynch (Fotomontage) mit Technologie-Schwergewicht Microsoft – jenem Unternehmen, mit dem sich B&N  zuletzt wegen Patentstreitigkeiten vor Gericht behakelte.

In einer Pressemitteilung heißt es,  im Rahmen der strategischen Partnerschaft solle das E-Book- sowie College-Geschäft in ein eigenständiges Unternehmen (der Name steht noch nicht fest, Arbeitstitel: „Newco“) abgespalten werden, an dem sich das von Bill Gates gegründete Unternehmen mit 17,6% beteiligt. Dafür investiert Microsoft 300 Mio Dollar, den Rest der Anteile soll B&N halten.  Der Wert des neuen Unternehmens wird auf 1,7 Mrd Dollar taxiert. Erstes gemeinsames Projekt: eine „Nook-“App für die an den Start geschobene Windows 8-Plattform.

Auch in Deutschland könnte die Allianz bald gemeinsam auftreten. Mitte März gründete B&N in Berlin eine Dependance, um auf dem wichtigen deutschen Markt Fuß zu fassen.

Warum interessiert sich Microsoft fürs College-Geschäft?

Auf den ersten Blick überrascht die Tatsache, dass auch das College-Geschäft – darunter über 600 Filialen an Hochschulen – zu Newco gehören soll. Hintergrund ist der Plan des Buchhändlers, mit der eigenen „Nook“-Software den Anteil der digitalen Lektüre bei den Studenten auszubauen.
„Der Aufbau von Newco und unser Verhältnis zu Microsoft sind wichtige Bestandteile unserer Strategie, das schnelle Wachstum des Nook-Geschäfts zu finanzieren und unsere Stellung als einer der Führer auf dem explodierenden Markt für digitale Inhalte im Verbraucher- und Bildungsbereich zu sichern“, begründet B&N-Chef Lynch die Allianz.
Auf Microsoft-Seite wünscht sich President Andy Lees, dass durch die Kooperation die Innovationsgeschwindigkeit im Bereich E-Reading angesichts der breiten Anzahl an Windows-Geräten erhöht werde. „Wir sind auf dem Scheitelpunkt einer Revolution des Lesens.“

Schlusspunkt hinter einem turbulenten Frühjahr

Für B&N brechen mit dem starken Partner an der Seite nach einem turbulenten Frühjahr voraussichtlich ruhigere Monate an:

Mit etwas ruhigerem Blut dürften die Firmenlenker auch auf den heißen Wettbewerb mit Amazon blicken. Das digitale Geschäft ist für B&N zwar bislang erfolgreich –  im Interview mit buchreport.de hatte Jamie Iannone, President für Digital Products, zuletzt den Marktanteil von B&N auf 27% taxiert. Aber auch riskant, da teuer. Die Werbenalysten von Kantar Media haben berechnet, dass Barnes & Noble allein seine Investitionen in Werbung seit 2009 verdreifacht hat. Verglichen mit Amazon dürfte das Budget dennoch eher den Charakter von Peanuts haben.

Dass die Bekanntgabe des Joint-Ventures kurze Zeit nach der eingereichten Kartellklage des US-Justizministeriums erfolgt, ist vermutlich kein Zufall. Denn der größte Verlierer eines Agency-Stopps wäre auf Buchhandelsseite B&N (hier mehr). Mit Microsoft an der Seite, so vermutlich die Hoffnung, kann Nook auch ohne fixe E-Book-Preise weiter wachsen.

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