Fachbücher sind Freiwild

Die auf Pirateriebekämpfung spezialisierten IT-Experten Manuel Bonik und Andreas Schaale (Lisheennageeha Consulting Limited) analysieren in einer Studie (hier zum kostenlosen Download) die illegalen Angebote von Fachbüchern aus STM-Verlagen (steht für Science, Technology, Medicine). Die „Mutter aller Fachbuch-Piraterieseiten“ biete aktuell über 800.000 Titel an:

  • Das Gros der Titel seien englischsprachig (über 530.000) und russisch (über 211.000), annähernd 28.000 Titel von deutschen Verlagen.
  • Rund 130.000 Titel seien aus den Publikationsjahren 2009 bis 2012.
  • Am stärksten betroffen seien die Verlage Springer SBM (Mitte April über 48.000 Titel), Wiley (rund 22.000) und Cambridge Acad. Press (über 14.000). Auf der Liste der Verlage rangieren mit Random House (1743) und Simon & Schuster auch Publikumsverlage).
Von der Internetpiraterie im Bereich E-Books seien insbesondere die hochpreisigen Fachbücher betroffen, die für viele Studenten zur Pflicht-Lektüre gehörten. Es gebe inzwischen zahlreiche Plattformen, wo solche Titel angeboten würden. Doch während die illegale Verbreitung von E-Books durch viele populäre Piraterieseiten per Notice- and-Downtake -Verfahren – hier wirbt das Forscher-Duo in eigener Sache – abgestellt oder zumindest eingedämmt werden könne, sei die „Mutter aller Fachbuch-Piraterieseiten“ (deren Namen/URL die Forscher auf Nachfrage betroffener Verlage bekanntgeben wollen, im Folgenden „L“ genannt) anders strukturiert.
  • „L“ sei keine Publikums-Seite, agiere aber als „zentrales Großhandelslager der Fachbuch-Piraterie“. 
  • Der Dienst lege Kopien vorhandener Fachbücher sicher ab und liefere anderen Verbreitern eine Infrastruktur, um Bücher in weiteren Umlauf zu bringen. 
  • Dem Macher, der offenbar kein primär kommerzielles Interesse verfolge, sondern „Wissen für alle“ verbreiten wolle, sei nur schwer das Handwerk zu legen, weil der Service auf mehrere Kontinente verteilt und „bestens abgetarnt“ sei.
  • „L“ wachse mit hoher Geschwindigkeit, in den vergangene fünf Monaten sei die Zahl verfügbarer Fachbücher von 699.000 auf 824.000 gewachsen. 
Fazit der Piraten-Bekämpfer: „Faktisch sind wissenschaftliche Fachbücher damit ,Freiwild’“. 

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