Postskriptum: Lehrreiches Lektorat

Wenn man als Mann mit einem Männermagazin à la „FHM“ oder „Playboy“ angetroffen wird, kann man sich die Erklärung sparen, man lese es wegen einer bestimmten Reportage. Das glaubt einem sowieso niemand. Was unfair ist, denn häufig gibt es in diesen Magazinen neben Nakedei-Bildern durchaus interessante journalistische Inhalte.

Ähnlich wird es einem männlichen Buchmenschen mit der Lektüre des neuen Goldmann-Titels „Sündige Lektorin“ von Emmanuel Pierrat ergehen: Auch da wird ihm niemand glauben, dass er ihn liest, um etwas über die französische Verlagsszene zu erfahren. Obwohl das völlig naheliegend ist und es – bitte sehr – unter zivilisierten Zeitgenossen doch möglich sein sollte, die verbreiteten vulgären Vorurteile über Männer beiseitezulassen. In diesem Sinne bekenne ich freimütig, dass ich das Buch gelesen habe und gebe meine interessanteste Erkenntnis an dieser Stelle gern weiter: Gepoppt wird ab Seite 38.

Passwort: Passend

Apropos Frankreich: Immer wieder ein großer Spaß und jetzt gerade als überarbeitete Taschenbuch-Ausgabe bei Goldmann erschienen ist die Sammlung peinlicher Erlebnisse aus dem französischen Missgeschicke-Sammelblog viedemerde.fr (deutsches Pendant: meinscheissleben.com) unter dem Titel „Scheißleben – Echt witzig, solange es nicht dir passiert“. Mein aktueller Lieblingseintrag: „Heute bin ich krank. Mein Boss ruft mich wegen einer dringenden Sache vom Büro aus an und bittet mich um mein Computerpasswort, um eine wichtige Mail wiederzufinden. Ich habe keine Wahl, ich muss es ihm nennen. Es lautet ,scheißjob‘.“

Firma: Fortschrittlich

Zur Ernennung von Moritz Philip Recke zum Geschäftsführer eines neuen Tochterunternehmens namens Skynda schreibt die Ganske Media Group in einer Pressemitteilung: „Das Unternehmen Skynda, im Januar 2012 gegründet, wird im Bereich Interactive Entertainment digitale Produkte entwickeln (…). Trends wie Gamification und Hyperlocal sowie die Verknüpfung von On- und Offlinewelten im mobilen Bereich sind zentrale Themen für Skynda. (…) Herr Recke verbindet technisches Know-how mit kreativem Business Sense und treibt unser Digitalgeschäft so weiter voran.“ Interessant. Wir werden auf die neuen Produkte möglicherweise echt gespannt sein, wenn uns bei Gelegenheit jemand auf Deutsch erklärt, was zum Teufel die da eigentlich vorhaben.  

Einzelhändler: Eingesperrt

Hier zum Schluss noch die Aufschrift eines handgeschriebenen Zettels an der Tür eines Einzelhandelsgeschäfts: „Heute Inventur! Kundenbetreuung nur, wenn Sie Schokolade dabeihaben oder uns was vorsingen.“

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